
Hallo, kann ich dir etwas zum Trinken anbieten? Saft oder Kaffee?“ Wer „Das LOKal“ betritt, wird eine Spur herzlicher begrüßt als anderswo. „Unsere Leute sind stolz darauf, wenn Kunden kommen“, sagt Monika Hrobath. Sie sitzt in einem gemütlichen, abgewetzen Ohrensessel, umgeben von zahllosen Regalen in denen sich Bücher, CDs und Schallplatten stapeln. Hrobath ist eine der Mitarbeiter-Betreuerinnen des Lokals. 20 psychisch kranke oder geistig behinderte Menschen können hier seit dreieinhalb Jahren arbeiten: an der Ausschank oder Spenden abholen, Preise recherchieren – und dabei ein „Taschengeld“ verdienen.
Anders als am „ersten Arbeitsmarkt“ sind die psychischen Hochs und Tiefs der Mitarbeiter kein Problem, werden am Arbeitsplatz nicht ausgeblendet. Und sie sind nicht – wie in Werkstätten – isoliert. „Das LOKal“ ist nach dem Second-Hand-Modeladen „LOK couture“ bereits das zweite Projekt des Vereins „LOK“ („Leben ohne Krankenhaus“), finanziert wird es vom Fonds Soziales Wien.
Das nimmt den wirtschaftlichen Druck, denn viele Kunden verirren sich nicht in das Geschäft in der Richtergasse 6. „Hier gibt es keine Laufkundschaft“, klagt Hrobath. „Manche Kunden sind auch verwirrt, wenn sie reinkommen und nicht wissen, wo sie gelandet sind.“ Seit einem halben Jahr sollen DJ-Abende Junge anlocken, die nächste „LOK Lounge“ findet am 29.6. statt.
Sammler auf Schnäppchenjagd
Doch unter Sammlern hat sich „Das LOKal“ schon einen Namen gemacht, viele kennen es von der Plattform www.sammeln.at oder von Auftritten auf Flohmärkten. In den Metallregalen stehen Bücher, Schallplatten und CDs aus zweiter Hand. Immer wieder werden auch Plattensammlungen angekauft, darunter sind dann manchmal „echte Raritäten“, die bis zu 50 Euro wert sind. „Normale“ Platten kosten zwischen 1 und 15, CDs rund 5, Bücher gibt's ab 1,50 €.
7, Richterg. 6; Mo-Fr, 9-18.30 Uhr
www.daslokal.at("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.06.2007)

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