Die kosovarischen Behörden wollen gegen das seit Jahren bestehende Problem der unbezahlten Stromrechnungen energischer vorgehen. Seit Mitte Juli sind alle Wagenbesitzer verpflichtet, ihrem Antrag auf die Fahrzeug-Registrierung eine bezahlte Stromrechnung beizulegen. Andernfalls ist die ein Mal jährlich fällige Registrierung nicht mehr möglich.
Nur 30 Prozent der Stromkunden im Kosovo begleichen laut offiziellen Angaben ihre Rechnungen. Bei den Haushalten sei dieser Anteil noch geringer. Die Verbundgesellschaft KEK hatte vor zwei Jahren versucht, das Problem zu beheben, indem die Verbraucher in Abhängigkeit von der Bezahlung ihrer Stromrechnungen in drei Gruppen aufgeteilt wurden: Die regelmäßigen Bezahler können seitdem mit kürzeren Stromausfällen rechnen, die acht Jahre nach dem Krieg (1998-99) weiterhin zum Alltag in der UNO-verwalteten Provinz gehören.
Vertreter der serbischen Volksgruppe im Zentral-Kosovo beschweren sich nun, dass sie durch die jüngste Maßnahme in eine wesentlich schlechtere Position als ihre Landsleute im Nord-Kosovo geraten seien. In dem von Serben bewohnten Nordteil von Kosovska Mitrovica, wo etwa 20.000 Serben leben, wird nämlich kaum ein Wagen bei den kosovarischen Behörden registriert. Die meisten Lenker fahren nämlich mit dem serbischen oder gar keinem Kennzeichen. Die Serben in Zentral-Kosovo sind dagegen auf die Wagenregistrierung bei den kosovarischen Behörden angewiesen. Gleichzeitig müssen sie ihre Autos aber auch in Serbien registrieren lassen, falls sie dorthin reisen wollen. Von den Belgrader Behörden werden die von der UNMIK eingeführten kosovarischen Kennzeichen, aber auch die UNMIK-Reisepässe nämlich nicht anerkannt. Von Kosovo-Albanern werden Reisen nach Serbien gemieden.
(APA)

Junge Migranten zwischen zwei Welten
Helmpflicht auf Skipisten: Drei Bundesländer prüfen


Wolfgang Loitzl gewinnt Vierschanzen-Tournee
RSS