
Russland hat sich gegen den jüngsten Resolutionsentwurf der Vereinten Nationen zur Zukunft der südserbischen Provinz Kosovo gestellt. Unter dem Strich entspreche auch dieser Vorschlag dem westlichen Plan, der eine Unabhängigkeit des Kosovo vorsieht, sagte der russische Außenminister Lawrow am Donnerstag.
"Das Problem einer Entscheidung über die Unabhängigkeit ist nicht vom Tisch", erklärte Lawrow. Die Schlussfolgerung des jüngsten Entwurfs sei, dass nach vier Monaten Verhandlungen der Plan des UNO-Gesandten Ahtisaari für eine eingeschränkte Unabhängigkeit der mehrheitlich von Albanern bewohnten Provinz in Kraft trete, fügte er an.
Die Europäer und die USA arbeiten derzeit an einem Resolutionsentwurf, der weitere 120 Tage Gespräche vorsieht, jedoch keinen Automatismus mehr zu einer Unabhängigkeit des Kosovo enthält. Es wäre der dritte Versuch, die Zustimmung der Vetomacht Russland zu erhalten. Die Regierung in Moskau fordert, dass über die Abspaltung der Provinz nur mit Zustimmung Serbiens entschieden werden darf. Serbien lehnt die Unabhängigkeit Kosovos jedoch strikt ab.
Die Blockadehaltung im Streit um den künftigen Status der südserbischen Provinz schadet Moskau indes nach Einschätzung von Ahtisaari mehr, als es ihm nützt. "Russland stärkt seine internationale Stellung nicht, sondern schwächt sie im Gegenteil", sagte der ehemalige Präsident Finnlands in einem finnischen Zeitungsinterview. Die Kosovo-Frage sei für eine Machtdemonstration Russlands kein geeignetes Problem.
Vertreter des UNO-Sicherheitsrats ringen seit März um eine Lösung des Konflikts. Am Mittwoch hatte der US-Botschafter bei der UNO, Khalilzad, bekannt gegeben, der Entwurf für eine neue Kosovo-Resolution sei überarbeitet worden und werde nun mit der russischen UNO-Vertretung debattiert.
(APA)





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