Die Rückkehr der Maskenmänner

15.10.2007 | 18:18 |  HELMAR DUMBS UND WIELAND SCHNEIDER (Die Presse)

Die „Albanische Nationalarmee“ sorgt mit theatralischem Auftritt für Aufsehen.

Wien/Pristina. Die Bilder wirken gespenstisch: Ein Dutzend Männer in schwarzen Uniformen haben sich in einem Waldstück versammelt. Über ihren Schultern hängen Kalaschnikows und moderne Scharfschützengewehre, ihre Gesichter sind hinter Strumpfmasken verborgen. Kurz zu sehen ist ein Straßenschild mit einer Abzweigung nach Podujevo, einer Stadt im Norden Kosovos nahe der Grenze zu Serbien. Die Maskierten tragen Abzeichen der „Armata Kombëtare Shqiptare“ (AKSh), der „Albanischen Nationalarmee“ – einer Splittergruppe, die für die Vereinigung aller albanisch besiedelten Gebiete kämpft.

Der Fernsehender RTK hatte vor einigen Tagen die Bilder gesendet, und all jene Menschen im Kosovo, die ein TV-Gerät und gleichzeitig auch Strom hatten, konnten sie sehen. Die Männer der AKSh gaben sich bei ihrem Fernsehauftritt entschlossen: Wegen „ernsthafter Bedrohung durch serbische Paramilitärs“ sei man „gezwungen, bereit zu sein.“

Schon 2006 waren in unregelmäßigen Abständen Videos und Botschaften der AKSh aufgetaucht. Und auch diesmal waren die Reaktionen so prompt wie vorhersehbar: Kosovo-Premier Agim Çeku nannte das Auftreten der Gruppe „schädlich“ für das Image des Kosovo im Ausland.


Kampf in Mazedonien

Über Größe und Schlagkraft der AKSh ist wenig bekannt. Einige albanische Beobachter schätzen sie auf 500 Mann. Im Vergleich zur einstigen kosovo-albanischen Untergrundarmee UÇK war die Splittergruppe im Kosovo nie mit großen Militäraktionen in Erscheinung getreten. Bisweilen wurde die AKSh deshalb schon als reine „Internet-Armee“ tituliert, die nur Videos im Netz verbreite, ohne über Truppen zu verfügen. „In Mazedonien hat die AKSh sehr wohl gekämpft“, meint ein ehemaliges Mitglied der mazedonischen UÇK zur „Presse“. Nach außen hin seien die AKSh-Einheiten Teil der UÇK gewesen. De facto hätten sie während des Albaner-Aufstandes 2001 aber weitgehend eigenständig operiert.

Im Kosovo übernahm die „Albanische Nationalarmee“ 2003 die Verantwortung für einen Anschlag auf eine Eisenbahnbrücke.

Ihm sei nicht bekannt, dass die Gruppe derzeit als akute Sicherheitsbedrohung eingestuft werde, meint ein Diplomat in Pristina zur „Presse“. „Da steckt vermutlich wenig dahinter.“ Ein Kosovare, der der Regierung nahe steht, ergänzt: „Freilich gibt der TV-Auftritt der AKSh Premier Çeku auch Gelegenheit, sich dem Westen als Alternative zur Gewalt zu präsentieren.“ Wobei er natürlich „auf keinen Fall sagen will, dass da irgendeine Verbindung besteht“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.10.2007)


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13 Kommentare
 
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Von Gast: Konstantin am 16.10.2007 um 13:28

Wo sind die serbischen Kriegsverbrecher versteckt?

Del Ponte stoppt Annäherung Serbiens an EU

Die Chefanklägerin des Uno-Kriegsverbrechertribunals Carla del Ponte hat der von Serbien gewünschten Annäherung an die Europäische Union erneut eine Absage erteilt. Del Pontes Begründung: Serbien arbeite nicht mit dem Uno-Tribunal in Den Haag zusammen.


Von Gast: Andi am 16.10.2007 um 11:11

Die AKSh wurde bereits vor paar Jahren, ganz still und leise, als terroristisch eingestuft, damit's auch ja nicht so viele mitbekommen!

Der Titel "Rückkehr der Maskenmänner" ist etwas irreführend, denn die Frage würde dann lauten: "Ja, waren sie denn jemals weg"?
Aber solche Möchtegern-Mächtige wie ein Herr Rücker und alle seine Vorgänger haben einer ja inzwischen durch unsere Medien verblödeten und allesglaubenden Bevölkerung erklärt, dass der Kosovo in Puncto Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und im Minderheitenschutz "erhebliche Fortschritte" gemacht hätte! UCK oder AKSh wurden früher ständig als heldenhafte "Freiheitskämpfer" bzw. als "Befreiungsarmee" bezeichnet, statt als das was sie tatsächlich immer waren: Verbrecher und Terroristen!
Aber der Westen ist inzwischen in einem Dilemma, denn sie können und wollen sich ihre massiven Fehlentscheidungen und Fehleinschätzungen in Bezug auf den Kosovo nicht eingestehen und daher wurschteln sie ständig mit allen (Polit-)Verbrechern Kosovos weiter und reden sich die Lage so lange schön, bis sie evtl. sogar noch ihre Lügen eines Tages selbst glauben! Traurig aber wahr!

Antworten Von towercon am 16.10.2007 um 14:18

Re: Die AKSh wurde bereits vor paar Jahren, ganz still und leise, als terroristisch eingestuft, damit's auch ja nicht so viele mitbekommen!

@andi
zitat:
"UCK oder AKSh wurden früher ständig als heldenhafte "Freiheitskämpfer" bzw. als "Befreiungsarmee" bezeichnet, statt als das was sie tatsächlich immer waren: Verbrecher und Terroristen!"

in ihren augen sind vielleicht diese menschen die im kosovo(a) gekämpft haben terroristen. in meinen augen sind es die menschen die gegen die ungerechtigkeit kämpften. und mir war es 98/99 egal ob es unter dem deckmantel-namen uck oder aksh oder sonstwas lief.
den es kämpfte jemand für meine familienangehörigen.

aber man kann es sehen wie man will. ich sehe auch eine armee die gegen ihre eigene bevölkerung vorgeht nicht gerade als vorbildlich. ach und dan immer wieder diese sogenannte paramilitärischen einheiten, wo soll man diese einheiten einordnen.
und nun bildet sich auch noch eine "garde lazar" die sich verpflichtet fühlt zu ehren lazars auch ins kosovo(a) einzumarschieren. diese garde ist auch nicht über nacht entstanden herr andi.

mfg

Antworten Antworten Von Gast: Andi am 16.10.2007 um 16:18

Re: Re: Die AKSh wurde bereits vor paar Jahren, ganz still und leise, als terroristisch eingestuft, damit's auch ja nicht so viele mitbekommen!

In einem Punkt möchte ich ihnen wirklich Recht geben. Diese Freischärler-Einheit "Garde des Zar Lazar" ist EBENFALLS vollkommen daneben. Das sind in meinen Augen, verblendete, verblödete, frustrierte Radikale, im Prinzip Ewiggestrige bei denen Hopfen und Malz verloren ist, mit denen es auch keinen Sinn hätte zu diskutieren!
Und jeder Serbe, der einigermaßen bei Verstand ist, wird sich von dieser Art von Paramilitär distanzieren...
Allerdings kann man diese "Garde" nicht mit AKSh und/oder UCK vergleichen, denn im Gegensatz zu diesen ist diese "Garde" keine Infanterieeinheit des serbischen Staates, die dem Oberbefehl Belgrads unterstehen!
...die UCK und/oder AKSh waren ja immer die "Befreiungs-ARMEE" der Kosovo-Albaner.... sie verstehen was ich meine?!

Antworten Antworten Antworten Von towercon am 16.10.2007 um 17:28

Re: Re: Re: Die AKSh wurde bereits vor paar Jahren, ganz still und leise, als terroristisch eingestuft, damit's auch ja nicht so viele mitbekommen!

@andi
zitat:
" ...sie verstehen was ich meine?! "
um ehrlich zu sein, nein.
den es gab ja keine kosovo(a) regierung die aksh unterstützt bzw. befehligt.
und natürlich nennen wir sie befreiungsarmee. jeder der gesagt hat, dass er für uns gekämpft hat wurde als befreier angesehen, so auch die nato.
wobei ich nicht mal wusste wo genau die aksh gekämpft haben soll. aber das ist ein anderes thema.

und das was sie offiziell meinen, nennt sich bei uns TMK.
das sollten sie aber als kosovo(a) kenner wissen, wen sie schon uck und aksh ansprechen.
alles andere ist das gleiche wie die "garde lazars" oder grün oder gelb oder oder....

mfg

Antworten Antworten Antworten Von Arian am 16.10.2007 um 17:17

Re: Re: Re: So einfach ist das nicht!

Herr Andi Sie behaupten, dass die ofizielle Belgrad nichts mit den Garde der Zar Lazar zu tun haben?
Die Serbische Radikale Partei hat bei den letzte Wahlen 40% der Stimmen bekommen und ist noch Heute stärkste Kraft in Serbien.
Was sagen Sie dazu?

Die Srpska Radikalna Stranka (kyrillisch: Српска радикална странка, deutsch: Serbische Radikale Partei, abgekürzt: SRS) ist eine rechtsradikale und nationalistische Partei in Serbien.

Sie tritt laut Parteiprogramm für eine auf nationaler, geschlechtlicher und religiöser Gleichberechtigung und die Menschenrechte basierende Gesellschaft ein. Die SRS unterstützt offen die großserbische Ideologie, ihre Parteizeitung heißt Velika Srbija (großes Serbien/Großserbien).

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Srpska_Radikalna_Stranka


Antworten Antworten Antworten Antworten Von chilly am 16.10.2007 um 20:36

Re: Re: Re: Re: So einfach ist das nicht!

wie kann mann nur so daneben denken und schreiben, die radikale partei ist und bleibt ne oposition in serbien, und diese partei hat nichts mit der garde zu tuhn. die garde stellen paar kriegveteranen da. mehr nicht. serbien hat eine demokratische regierung, boris tadic ist der president, vuk jeremic ist der aussenminister (das was ihr nie haben werdet) und vojislav kostunica ist der premierminister.
und euer ministerpräsident ist ein aktives uck mitglied und hat selbst in kroatien für tudjman verbrächen verübt. so sieht die lage aus aber das willst du nicht kapieren denn wie solltest du deine grosalbanischen ambitionen sonst verbergen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Von Arian am 16.10.2007 um 21:29

Re: Re: Re: Re: Re: So einfach ist das nicht!

"die serbische garde stellen paar kriegveteranen da. mehr nicht."

Deine Garde besteht aus Krigsverbrecher und nicht aus Kriegsveteranen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Von Arian am 16.10.2007 um 21:20

Re: Re: Re: Re: Re: So einfach ist das!

Dossier Kosovaren können auf Europa zählen
von Fidelius Schmid (Luxemburg) und Hubert Wetzel (Berlin)

In Europa zeichnet sich eine breite Mehrheit für die Anerkennung eines unabhängigen Staates Kosovo ab. Zwei EU-Mitglieder sind allerdings vehement dagegen.
Nach Angaben von Diplomaten sind inzwischen deutlich weniger EU-Staaten als noch im Frühjahr gegen eine Anerkennung, sollte das Kosovo einseitig seine Unabhängigkeit erklären. Insbesondere Zypern und Griechenland lehnen diesen Schritt ab. Der Widerstand von Staaten wie Rumänien, Spanien und Slowakei habe aber nachgelassen, heißt es.
Quelle:

http://www.ftd.de/politik/europa/:Kosovaren%20Europa/265873.html
Was sagst dazu Chily oder aloalo?

Antworten Antworten Antworten Von towercon am 16.10.2007 um 17:12

Re: Re: Re: Die AKSh wurde bereits vor paar Jahren, ganz still und leise, als terroristisch eingestuft, damit's auch ja nicht so viele mitbekommen!


Antworten Von Gast: Hrvatska! am 16.10.2007 um 13:41

Umdenken? Nicht in fünfzig Jahren!“

Sid – eine SRS Hochburg
Dass gerade in Sid und Umgebung die Bevölkerung dermaßen radikalisiert ist, wundert Jovan Mirilo nicht. Seine Heimatstadt ist eine Hochburg der Serbischen Radikalen Partei (SRS): „Vor dem Krieg waren vierzig Prozent der Bevölkerung Kroaten. Bis 1995 wurden alle vertrieben. Danach kamen viele frustrierte Serben aus Kroatien. Sie geben ihre Stimme immer der SRS“. Mirilo kennt auch den Grund für die Stärke der SRS in der Vojvodina. „Alles was nicht serbisch ist, muss raus. Diese Leute wollen ihre Idee von einem Großserbien nicht aufgeben. Die ganze Vojvodina steckt im Moment in einer schwierigen Phase“, sieht er die Situation beinahe aussichtslos. Mittlerweile ist der Bevölkerungsanteil an Kroaten im Bezirk Sid auf fünf Prozent geschrumpft.

http://www.chilli.cc/index.php?noframes=1&id=73-1-458&from=

Antworten Antworten Von Gast: loni am 08.11.2007 um 01:47

Re: Umdenken? Nicht in fünfzig Jahren!“

es wird kein srs geben,
das ist eine serbische fantasie :D

sonst folgt oluja über ganz serbien.

es wird keine serbische aggressionmehr geben.

wer uns liebt,danke.
wer uns hasst,egal!

Von Gast: Gjon am 16.10.2007 um 00:39

Unabhängigkeit Kosovas garantiert den Frieden im Ballkan..

Wenn man ständig von Terrorstaat Serbien bedroht wird dann muss man ebend Wachsam sein und dafür steht die AKSH.
Die AKSH möchte keinen anderen Staat angreifen im gegensatz sie sind nur bereit für das Kosova Verteidigung zu sterben.
Das Recht auf Selbstverteidigung hat jeder Individium und jeder Mann und jeder Staat.

 
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