Die Magie des Barack Obama

23.07.2008 | 18:09 |  Von unserem Korrespondenten NORBERT RIEF (Die Presse)

Noch nie wurde jemand mit so wenig politischer Erfahrung und einer solchen Biografie zum Favoriten für das Amt des US-Präsidenten. Doch Obama begeistert die Massen, weil er es versteht, ein besseres Amerika zu verkörpern.

Wenn es so etwas wie eine politische Cinderella-Geschichte gibt, dann lebt sie Barack Obama. Vor vier Jahren war er ein kleiner Provinzpolitiker, den kaum jemand außerhalb des Bundesstaates Illinois kannte. Jetzt ist er der demokratische Präsidentschaftskandidat und hat laut Umfragen die größten Chancen, am 20. Jänner 2009 auf den Stufen des Kapitols als 44.Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika angelobt zu werden.

Bei Obama ist es wie mit der Chinesischen Mauer oder der Cheops-Pyramide: Man muss ihn sehen, um die Faszination zu verstehen. Denn nach aller politischen Logik dürfte er gar nicht da sein, wo er ist. Nach aller Logik hätte Hillary Clinton den Kampf um die demokratische Präsidentschaftsnominierung gewinnen müssen. Sie ist bekannter als Obama; weitaus erfahrener als der Jungspund; war involviert in die Entscheidungen, als ihr Ehemann Bill von 1993 bis 2001 US-Präsident war; dient seit acht Jahren im US-Senat. Vor allem hat sie die besseren Beziehungen innerhalb der Partei.


Der Charismatiker. Aber Clinton hat kein Charisma. Bei ihren Veranstaltungen hören die Menschen aufmerksam zu, jubeln, wie es sich gehört, aber bei Barack Obama werden sie hysterisch. „Wir wollten eigentlich die Rolling Stones einladen, aber dann hat er zugesagt“, lautete für einige Zeit die Standardvorstellung für den Senator aus Illinois. Und tatsächlich erinnert die Begeisterung bei seinen Auftritten an jene von Stones-Konzerten (als sie noch jung waren).

Kaum einem Politiker würde man Sätze durchgehen lassen wie: „Wir müssen in die Zukunft schauen“ oder „Wir brauchen einen Wechsel zum Besseren“. Aber bei Obama hören sich solche Allgemeinplätze gut an. Wenn er auf der Bühne steht, die linke Hand meist in der Hosentasche, und mit ernstem Gesicht Derartiges sagt, dann glauben ihm die Menschen die Botschaft. Glauben, dass er tatsächlich einen Wechsel zum Besseren bringt, auch wenn niemand weiß, was er genau ändern will.


DER BEGNADETE Rhetoriker. Das ist das große Talent des Barack Obama: Er ist ein hervorragender Redner. Vermutlich könnte er aus dem Telefonbuch vorlesen, und die Menschen wären begeistert. Für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain ist das eine ähnliche Herausforderung wie die zwölf Arbeiten für Herkules: Der 71-Jährige wirkt hölzern und steif und schafft es, fast jede Pointe, die er vom Teleprompter abliest, zu verhauen.

Mit einer 17-minütigen Rede schoss sich Obama 2004 in eine andere Umlaufbahn und begann seinen politischen Aufstieg. Beim demokratischen Nominierungsparteitag vor vier Jahren in Boston begeisterte sein Auftritt die Massen und degradierte John Kerry zu einem Statisten.

„Es gibt kein liberales und kein konservatives Amerika“, rief Obama den Delegierten zu. „Es gibt kein schwarzes Amerika und kein weißes Amerika, es gibt nur die Vereinigten Staaten von Amerika.“ Das Publikum tobte und beruhigte sich seither nicht mehr.


DER ERNEUERER. In Barack Obama setzen die US-Bürger ihre Hoffnung auf ein besseres Amerika. Ihm trauen sie zu, das Land, das nach acht Jahren George Bush tief gespalten ist, wieder vereinen zu können. „Hoffnung wagen“ nannte er sein Buch, das seine „Gedanken zur Rückbesinnung auf den amerikanischen Traum“ vorstellt. Geschrieben wurde es 2006 schon mit Blick auf die Präsidentschaftswahl.

Obama steht für eine neue Art Politik. Einmal wegen seiner Jugend – er ist 46 Jahre alt –, andererseits eben gerade weil er so frisch in der Bundespolitik ist. Das war ein Grund für die Niederlage Clintons: Sie stand für alte Politik, ihr glaubte man nicht, dass sie einen Wechsel bringt, sie wäre nur „more of the same“ gewesen.

Bei Obama dagegen ist alles neu: eine „neue Generation“, eine „neue Art Politik“, eine „neue Führung“, ein „neues Amerika“. Wie John F. Kennedy in den 60er-Jahren die Zuversicht und den Optimismus verkörperte, so verkörpert Obama die Erneuerung und mit seiner Biografie den amerikanischen Traum. In ihm sieht man die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.


Der schwarze Versöhner. Als die einstige Vizepräsidentschaftskandidatin Geraldine Ferraro, eine Unterstützerin Hillary Clintons, im Vorwahlkampf meinte, Obama sei nur deswegen so weit gekommen, weil er schwarz ist, sorgte sie für einen Sturm der öffentlichen Entrüstung. Hinter vorgehaltener Hand freilich stimmte man ihr zu: Es trägt wesentlich zur Faszination Obamas bei, dass er Afroamerikaner ist.

Ihn zu unterstützen bedeutet, Teil der Geschichte zu sein. Noch nie seit 1776 gab es einen schwarzen Präsidentschaftskandidaten, und am 4. November haben die USA sogar die Chance der Welt zu zeigen, wie gesellschaftspolitisch fortschrittlich sie sind.

Obama macht auch nicht den Fehler, den andere afroamerikanische Führer vor ihm machten, etwa Jesse Jackson: Der Prediger wollte 1984 und 1988 für die Demokraten kandidieren, setzte sich für mehr Förderungen ein und forderte Reparationszahlungen für die Sklaverei. Das verschreckte weiße Wähler. Obama dagegen positioniert sich neutral. Er lehnt Wiedergutmachungszahlungen ab; er las der afroamerikanischen Gemeinde die Leviten und forderte mehr Privatinitiative. Seine Politik führt dazu, dass ihn manche Afroamerikaner sogar als „nicht schwarz genug“ bezeichnen.

Wenn Barack Obama heute in Berlin auftritt, wird sich die „Obamania“ auch in dieser Stadt breitmachen. Höchstens, der Demokrat leistet sich einen schweren Schnitzer. Darauf warten seine politischen Gegner, die ihn spöttisch als „The One“ bezeichnen. „Wenn man merkt“, meint der republikanische Stratege Mark Salter, „dass er auch nur ein Mensch ist, wird er hart landen.“

DER REISEPLAN IN EUROPA

Deutschland. Heute, Donnerstag, hält Obama eine Rede vor der Siegessäule in Berlin und trifft Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

Frankreich. Am Freitag soll der US-Präsidentschaftskandidat nach bisherigen Planungen in Paris landen. Gespräch mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.

Großbritannien. Treffen mit Premier Gordon Brown, Ex-Premier Tony Blair und Oppositionschef David Cameron in London sind für Samstag geplant.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2008)


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31 Kommentare
 
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Von Gast: Don Quichote am 24.07.2008 um 12:25

Auch er wird ...

... nach der Pfeife jener Kreise tanzen müssen, die dort - zum Unwohl der USA und der Welt - das Sagen haben oder er wird enden wie Kennedy.

Von Gast: Hansi Hüpfer am 24.07.2008 um 11:11

Flip-flopper O.B.

Der des mehrfachen Maineids angklagte Clinton wurde damals und wird noch bis heute von den linken Medien mit der Lewinskylüge in Schutz genommen. Man wiederholte einfach und das tut noch bis heute: "Clinton sei wegen einer Sexaffäre mit Monika L. angeklagt gewesen. Auf diese Weise wird der Lügner, der die US gesetzgebende Versammlung mehrfach belogen hat und sogar geschworen hat, die Wahrheit zu sagen ,als Charmeur und ungerecht behandelter Ehebrecher, in roten Augen ein Kavaliersdelikt, nicht nur reingewaschen sondern als testeronüberversorgter Frauenheld, vom Verbrecher zum Opfer.
Genauso wird jetzt Obama, ein völlig unerfahrener US- politiker als Zukunftschance verkauft. Er musste nie was beweisen, hat damit auch nie etwas zu Stande gebracht sondern surft nur maf dem flummigen Buzzwort "Veränderung"! Sobald er mit der Wirklichkeit konfrontiert wird, macht er Rückzieher. Ein schönes Beispiel ist seine Iraktruppenrückzieher.

Von Fritz Hermann am 24.07.2008 um 10:30

Dass Barack Obama das Beste ist was dieses Land

zu bieten hat ist genau genommen ein Armutszeugnis für die vielen dort lebenden Millionen. Der "american Way of life" hat in den letzten fünfzig Jahren die Qualität der führenden Schichten zu Grunde gehen lassen.

Antworten Von Ilse Albrecht am 24.07.2008 um 13:12

Re: Dass Barack Obama das Beste ist was dieses Land

Ihr Vergleich trifft haargenau auf Europa zu!
Die Politiker der Nachkriegszeit, aus heutiger Sicht, waren andere Kaliber. Unsere Politleichtgewichte und Politschaumschläger, die sich Programme, besser Parolen und "Image", von Werbefuzzis zimmern lassen, sind doch auch zum Vergessen.
An solchen Befunden sieht man den Verfall der Moral, Ethik, Kultur und man kann fast nur noch pessimistisch sein.

Von Weinheber am 24.07.2008 um 10:00

gar nicht kurz und bündig:

Neuer Wein in alten Schläuchen!

Die USA haben ihre strategischen Ziele und ihre Rolle in der Welt längst definiert.
Dies geschah nicht erst unter Bush, die Wurzeln reichen zurück bis Reagan.
Von diesem Hegemoniestreben wird auch der mit allerlei Attributen aus der Metaphysik versehene Obama ("Heilsbringer") nichts ändern wollen/können/dürfen.

Es wird sich marginal etwas ändern, aber das wird zuwenig sein.
Stichwörter: Guantanamo, Raketenschild, Frieden im Nahen Osten, Rückzug aus den besetzten Gebieten,
keine US-Atomwaffen in Europa, bedingunglose Respektierung der Menschrechte und des Folterverbotes etc.etc.etc.

Von den wirtschaftlichen Problemen und von deren Lösungen möcht ich erst gar nicht reden......

Von Paige am 24.07.2008 um 09:55

Seit gestern zweimal gezenst - also noch mal:

So lange sie den ausschlaggebenden Lobbies dient, wird statt der konservativen auch gerne die liberale Marionette benutzt.

Im Übrigen empfehle ich zur Hochstilisierung Obamas als "schwarzen Kennedy" den Film: Independence Day. In den Hauptrollen: Jeff Goldbloom und Will Smith... ;-)

Von dojon86 am 24.07.2008 um 08:22

genialer Schachzug

Die nahe Zukunft wird eine verschärften Konkurrenz um die Ressourcen Afrikas erleben. Dieser Kampf wird sich zwischen China und den USA abspielen. Europa und Russland werden sich der einen oder anderen Seite anschließen. In diesem Konflikt ist ein Präsident Obama geradezu ein genialer propagandistischer Schachzug. Mit Obama wird es also vermutlich nicht weniger sondern mehr Interventionen der Hegmonialmacht weltweit geben.

Antworten Von TheAlien am 24.07.2008 um 09:31

Ob es wohl ein "genialer Schachzug" ist ...

... dass ein PräsidentschaftsKANDIDAT anmassend in der Welt herumreist und mit allen möglichen Leuten spricht und verhandelt und so tut, als wäre er schon gewählt, bleibt allerdings noch zu beobachten.

Auch ich fände eine Veränderung der US Politlandschaft dringend nötig, bezweifle aber, ob die wählenden Durchschnittsamerikaner es goutieren, wenn ein potentieller zukünftiger Präsident in der Welt herumreist, statt sich um seine Wähler und deren Probleme (z.B. mit Haus-Krediten und anderen tagesaktuellen Krisen, ...) kümmert.

Antworten Antworten Von dojon86 am 24.07.2008 um 10:23

@TheAlien

Aber lieber Alien, wen kümmern denn die Durchschnittsmenschen. Die stellt man mit viel Fernsehen und inhaltsleerem Change Gerede (worin dieser Change bestehen soll, konnte ich noch nirgends lesen) ruhig. Tatsache ist, das Zeitalter des Massenwohlstandes in Europa und den USA (typisch für Nachkriegszeiten) ist an seinem Ende angelangt. Das kann auch ein Wunderwuzi nicht ändern und schon gar nicht ein von der Oligarchie bezahlter Hofnarr.

Von lauchenauermartin am 23.07.2008 um 22:38

Alles Neu Oh Bama??? - Oh Nein - Oh Nein - Oh Nein!!!

Hinter Obama steckt Zbigniew Brzezinski, auch Al Gore 33° (ex-Vizepräsident) (CO2-KILLER; was dem Pflanzenwachstum schadet). Verteidigngsminister Gates soll im Amt bleiben. Zwei frühere Minister der Clinton-Regierung: Warren Christopher und Madeleine Albright, die bei dem Bilderberg Treffen 2008 anzutreffen war, werden offensichtlich ebenfalls Barack Obama beraten. William Perry, früherer Verteidigungminister während Clintons zweiter Amtsperiode. Vorsitzender der 9/11-Kommission Lee Hamilton; und ebenso Mitglied der gleichermaßen ineffizienten Irak-Studien-Gruppe. Senator David Boren, früherer Vorsitzender des Senats-Auswahl-Komitees über Nachrichtendienste. Abgeordneter Tim Roemer, Kommissar zum 9/11 Staatssekretär für die Marine Richard Danzig. Greg Craig, früherer Direktor des State Department Büros für Politik-Planung. Dr. Tony Lake, früherer Nationaler Sicherheitsberater. Früherer Senator Sam Nunn. Susan Rice, frühere Assistentin des Ministers und Mitglied des CFR etc. :(

Antworten Von phuter am 23.07.2008 um 23:20

So ist es...

Neues Gesicht, gleiches Schmierentheater.

Antworten Antworten Von Weinheber am 24.07.2008 um 08:27

Re: So ist es...

....und das alles unter der Chiffre "Change".


Antworten Antworten Antworten Von Iannantuono am 24.07.2008 um 09:14

Re: Re: So ist es...

..ausserdem bei entscheidenden Fragen beginnt er schon auszuweichen..seine "Diplomatie" auszuspielen....er ist genauso eine Marionette der Lobbys...bereits R.Nixon musste einst zugestehen, alleine kann er gar nichts entscheiden.....

Antworten Antworten Antworten Antworten Von TheAlien am 24.07.2008 um 09:38

Re: Re: Re: So ist es...

Eine Pseudo-Demokratie regiert von einer Machtelite bleibt eine Pseudo-Demokratie mit genau derselben Machtelite, egal welches ihrer momentanen Poster-Childs man in ein exponiertes, öffentliches Amt wählt.

Genau wie in Österreich: solange es nicht eine einzige glaubwürdige Reformpartei gibt, die ohne Altlasten an einer wirklichen Veränderung und Optimierung des Staates interessiert ist, ist es völlig egal, was/wen man wählt.

Keine der etablierten Machteliten hat ein Interesse, den Staat zu einer schlanken Service-Organisation für seine Bürger umzubauen.

Hauptsache diese Bürger bleiben braves, nicht revoltierendes Konsum- und Wahlvieh und lassen sich nach belieben "melken" - dann sind unsere Machthaber zufrieden, mit ihren Mehrfacheinkommen/Pensionen und Aufträgen/Jobs für ihre Freunderln und Bekannten ...

Von Ilse Albrecht am 23.07.2008 um 22:22

Was ist, wenn

Obama B. Präsident der Vereinigten Staaten i s t und n i c h t den Erwartungen der Amerikaner, Europäer usw. entspricht, ja sogar enttäuscht? DARF er dann, so wie Bush, k r i t i s i e r t werden, ist das dann politisch korrekt oder Rassismus und deswegen verboten??

Antworten Von Bombur am 23.07.2008 um 22:41

Re: Was ist, wenn

Natürlich darf er kritisiert werden aber wenn dann nur auf Grund seiner Taten und nicht seiner Hautfarbe oder Herkunft.

Ich weis nicht wo manche Leute ihre Angst vor Kritik her haben, aber oft findet man dieses Phänomen bei Schlechtmenschen. Diese meinen sie dürfen nichts gegen Juden, Schwarze, Asylanten,... sagen, obwohl sie, sowie sie diese Worte ausprechen, etwas gegen diese Gruppen sagen.

Antworten Antworten Von Ophicus am 24.07.2008 um 09:38

Re: Re: Was ist, wenn

Zitat aus dem Artikel:
"Als die einstige Vizepräsidentschaftskandidatin Geraldine Ferraro, eine Unterstützerin Hillary Clintons, im Vorwahlkampf meinte, Obama sei nur deswegen so weit gekommen, weil er schwarz ist, sorgte sie für einen Sturm der öffentlichen Entrüstung. Hinter vorgehaltener Hand freilich stimmte man ihr zu: Es trägt wesentlich zur Faszination Obamas bei, dass er Afroamerikaner ist."

Antworten Antworten Antworten Von Ilse Albrecht am 24.07.2008 um 12:03

Re: Re: Re: Was ist, wenn

Ist es vielleicht auch ein Zeichen der "positiven Diskriminierung"? So nennt man ja neuerdings die Bevorzugung Farbiger bei der Besetzung freier Stellen, ähnlich der Bevorzugung von Frauen in unserer Gesellschaft.
Da bleibt nur zu hoffen, daß nicht das Geschlecht oder die Hautfarbe "Zuschlag gebend" wirkt, sondern n u r die Qualifikation.
Die Leute, die FÜR EINEN STURM DER ÖFFENTLICHEN ENTRÜSTUNG SORGTEN, sind eh' meistens Heuchler.
Auch Obama ist an schon Bestehendes gebunden und kann die Welt (leider) nicht neu erschaffen. Soviel zur programmierten Enttäuschung.

Antworten Antworten Von Ilse Albrecht am 24.07.2008 um 01:05

Re: Re: Was ist, wenn

Ich bin nicht ganz Ihrer Meinung! Die Entwicklung der letzten Jahre zum Polarisieren der politischen Ansichten, zum Verteufeln, Abqualifizieren des Anderen, hat enorm zugenommen. Wer nicht der Begeisterung der Grünen, als Beispiel, zum Multikultieinheitsbrei zustimmt u. auch noch kritische Einwände äußert, wird in aller Regel sofort mit irgendeiner Keule, zumindest aber der Ausländerfeindlichkeit bezichtigt.
Meine Bedenken rühren daher, daß heutzutage Kritik sofort als Bösartigkeit u. Gegnerschaft aufgefaßt wird.
ICH habe überhaupt KEINE Bedenken zu einer Sache, einem Vorgang, einem sich mies verhaltenden u. handelnden Menschen, egal ob Jude, Schwarzer, Asylant....meine Meinung kundzutun.
Nur, viele Leute haben immer wieder Bedenken und sagen das auch hinter vorgehaltener Hand. Aber jeder sollte sich trauen, denn noch leben wir in einem europäischen Rechtsstaat u. nicht in einer Diktatur. Doch die "politische Korrektheit" schießt ins Kraut und bewirkt das Gegenteil vom Gewollten.

Antworten Antworten Antworten Von michaelcollins am 24.07.2008 um 14:08

Re: Re: Re: Was ist, wenn

die politische korrektheit IST diktatur. sie verbietet und verbiegt die wahrheit eines "höheren" zweckes wegen.

sie verbietet kritik an bestimmten kulturen, denn "alle kulturen sind gleich". sie verbietet kritik an der miesen behandlung von frauen einer bestimmten kultur. linke, die sich verdienste um die frauen erworben haben, schieben das locker beiseite, denn es geht um den höheren zweck.

alle menschen sind gleich.
alle zuwanderer sind unsere bereicherung.
es gibt kaum kriminalität unter den zuwanderern. und wenn doch, dann ist sind es ausschließlich soziale gründe (die bei österreichern selbstverständlich nicht entschuldigt werden. hier gilt der soziale grund nicht).

weshalb trauen sich die medien nicht, bei verbrechen aus einem bestimmten kulturkreis, die namen zu nennen? bei italienern, spaniern, schweden geht das ja auch. aus politischer korrektheit. "man will das volk nicht beunruhigen".

mfg
mc

Antworten Antworten Antworten Antworten Von Ilse Albrecht am 24.07.2008 um 23:43

Re: Re: Re: Re: Was ist, wenn

Diese Haltung verdanken wir auch dem vor zwei Jahren von der UNO in Genf gegründeten MENSCHENRECHTSRAT, der die gescheiterte MENSCHENRECHTSKOMMISSION abgelöst hat. "Effektiver" als die MRK kann der MRR auch nicht sein, da in ihm Mitglieder wie Mauretanien, Saudi-Arabien, Algerien, Malaysia, China, Kuba, Nigeria....insgesamt 26 Staaten aus Asien und Afrika, verstärkt gegen Menschenrechte, Pressefreiheit, eben UNSERE WERTE, vorgehen. Die Organisation Islamischer Staaten OIC bringt immer wieder Abstimmungen gegen den Westen ins böse Spiel. So ist es kein Wunder, daß die Berichterstattung über diesen Kulturkreis nur auf sehr kleiner Flamme köchelt. Mit dem erwünschten "Dialog auf gleicher Augenhöhe" haben sich die demokratischen Staaten einen Bärendienst erwiesen. Die New York Times hat den neuen Rat als "Schande für die UNO" bezeichnet und damit 100% Recht!!

Antworten Antworten Antworten Antworten Von michaelcollins am 24.07.2008 um 14:12

Re: Re: Re: Re: Was ist, wenn

die politische korrektheit ist diktatur, weil sie keinen anderen weg neben sich duldet, weil sie ausschließlich im besitz DER einzigen wahrheit ist.

sie ist genauso dogma, wie sie es der kirche vorhält, dogmatisch zu sein.

sie nimmt den menschen nicht, wie er ist, sie will den neuen menschen schaffen durch "erziehung" und denkverbote. durch tabus und gewisse keulen.

sie wähnt sich in der deutungshoheit von moral zu sein. und sie hat IMMER recht.

mfg
mc

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Von Ilse Albrecht am 25.07.2008 um 00:33

Re: Re: Re: Re: Re: Was ist, wenn

Mir fällt eben noch ein Buchtipp für Sie zum Thema "den neuen Menschen schaffen" ein:

Alja Rachmanowa "Die Fabrik des neuen Menschen".
Die Autorin war selbst Betroffene und schreibt aus eigenem Erleben. Es ist sehr lebendig geschrieben, handelt in der Zeit nach der Oktoberrevolution 1917 und man driftet auch sofort in die bolschewistische Diktatur ab, mit schrecklichen Folgen für einzelne Personen und ein ganzes Land.
Kann ich Ihnen sehr empfehlen
MfG
I. A.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Von michaelcollins am 25.07.2008 um 12:41

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Was ist, wenn

ich bedanke mich für den tip, dunkel sagt mir der titel was.

mfg
mc

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Von Ilse Albrecht am 25.07.2008 um 00:23

Re: Re: Re: Re: Re: Was ist, wenn

Die Menschen im ehemaligen Ostblock kennen diese Art der verordneten Zwangsmeinung seit Ende des WKII. Sie durften/sollten nur denken und nachplappern, was ihnen ihre allwissenden und allmächtigen Kommunistischen; Sozialistischen Parteien und natürlich die über allem thronende KPdSU an Weisheit und Güte zuteil werden ließ.
Hätten die heutigen politisch Überkorrekten diesen Zwang am eigenen Leib und Geist erlebt, könnten sie nicht oft solch hanebüchenen Unsinn von sich geben. Und wenn sie noch ein wenig mehr nachdächten, so müßten auch sie draufkommen, daß auch in der bewußten Diktatur vor über 60Jahren ziemlich plötzlich viele Menschen nicht mehr ihre Meinung sagen durften, denn da war es ziemlich plötzlich lebensgefährlich!!

 
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