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Karadzic nicht in Wien? "Wunderheiler" meldete sich

27.07.2008 | 15:41 |   (DiePresse.com)

Ein 78-jähriger "Wunderheiler" aus der Vojvodina sagt, sein Pass sei in Wien untersucht worden. Er sehe Radovan Karadzic aber "1.000-prozentig" ähnlich. Das Innenministerium schließt trotzdem nicht aus, dass Karadzic in Wien gewesen sein könnte.

Radovan Karadzic soll sich im vergangenen Jahr doch nicht in Wien aufgehalten haben. Petar Glumac, ein in der Vojvodina-Ortschaft Banatsko Novo Selo lebender "Wunderheiler", gibt an, jener "Pera" zu sein, dessen Reisepass im Vorjahr in Wien von der Polizei überprüft wurde. Der 78-jährige kroatische Serbe mit langem, zu einem Zopf zusammengebundenem Haar, Vollbart und Brille sehe Karadzic „1.000-prozentig" ähnlich, sagte er der serbischen staatlichen Nachrichtenagentur Tanjug.

Der einzige Unterschied zwischen ihm und Karadzic bestehe in dem Zopf, sagte Glumac. Dabic habe ihn hoch am Kopf gebunden, er trage ihn frei am Rücken.

Innenministerium: Aussagen ändern nichts

Für das österreichische Innenministerium ändern die Aussagen Glumacs vorerst nichts an der derzeitigen Situation. "Das deckt sich nicht mit unseren Erkenntnissen, widerspricht ihnen aber auch nicht", sagte Ministeriumssprecher Rudolf Gollia am Sonntagnachmittag.

"Für uns ergibt sich bisher kein Widerspruch", sagte Gollia dazu. Das Innenministerium habe bisher weder bestätigt noch ausgeschlossen, dass sich Karadzic unter falscher Identität in Wien aufgehalten habe. Man bemühe sich weiter zu verifizieren, ob Karadzic in Wien gewesen sei, um seine zwölfjährige Flucht "mitrekonstruieren zu können".

Glumac: Auf Unfruchtbarkeit spezialisiert

Glumac, der auch unter den Nachbarn als "Deda Pera" (Opa Pera) bekannt ist, befasst sich nach eigenen Angaben seit 23 Jahren mit Heilpraktik. Er habe sich zuletzt im Vorjahr in Wien aufgehalten, sagte er. "Ich behandle alle Krankheiten, die Unfruchtbarkeit der Frauen ist mein Hauptfach", erklärte der Wunderheiler, der sich von der Nachrichtenagentur nicht fotografieren ließ. Er habe sein Foto bereits ausländischen Medien versprochen.

Karadzics Neffe: Keine Auslandsreisen

Die Aussagen Glumacs scheinen die Angaben von Karadzic Neffen zu bestätigen: Er sagte, sein Onkel habe keine Auslandsreisen unternommen. Er sei die ganze Zeit hindurch in Belgrad und in "anderen Teilen des ehemaligen Jugoslawien" versteckt gehalten habe. Einen Reisepass habe sein Onkel nicht gehabt, auch keine Auslandsreisen unternommen, behauptet Dragan Karadzic.

"Ich war der einzige Helfer. Nur ich habe gewusst, dass hinter der Identität von Dragan Dabic der ehemalige Präsident der Republika Srpska steckte", beteuerte der Sohn vom Karadzic' Bruder Luka. Nur er habe mit dem Onkel telefonisch kommuniziert und seine Botschaften der Familie überbracht. Er habe den Onkel mit Proviant und sonstigem versorgt. Denn bis vor einem Jahr soll Radovan Karadzic die vom Neffen gemieteten Wohnungen - es soll vier oder fünf gegeben haben - nie verlassen haben.

Radovan Karadzic
Am Montag, dem 21. Juli wurde in Serbien der mutmaßliche Kriegsverbrecher Radovan Karadzic verhaftet. Der Ex-Präsident der Republika Srpska war vor 12 Jahren untergetaucht. Der heute 63-Jährige lebte in dieser Zeit als Alternativarzt in einer Privat-Praxis in Belgrad.

Karadzic werden Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges (1992-1995) vorgeworfen. So soll er etwa für das Massaker von Srebrenica verantwortlich sein, bei dem Tausende Muslime ermordet wurden.

(APA/Red.)


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14 Kommentare
 
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Von Visitenkarte am 27.07.2008 um 15:12

Was sagt jetzt Krone/Dichand/Feigmann dazu?

Uuuuh Sch...., aber des manipulieren wir schon wieder?

Von Gast: ASVG-Sklave am 27.07.2008 um 13:33

Zensor-Master schlug wieder zu

Ah da schau! WOHIN ist der Artikel mit dem Mordfall in WIEN verschwunden, bei dem die wiener Mordkommission Karadzic als "alten Sandler" einvernahm und ihn danach laufen ließ? Zweifellos ein politischer Mord (vermutlich war jemand Karadzic zu dicht an den Fersen), der nun als "banaler" Milieumord deklariert wird. Wer waren die Mitwisser und Vertuscher in der Polizei?

Von panda82 am 27.07.2008 um 11:45

Sie heissen noch Cobra...

Man sollte diese Antiterror-Einheit der Österreicher eine blinde Schlange nennen...

Diese Cobra kann gut gegen Migranten vorgehen...

Da ist sie sehr giftig... Gegen den Kriegsverbrechern können sie nichts tun... Das ist aber Bananenrepublik Österreich. Was sollte man noch erwarten!!!

Antworten Von phuter am 27.07.2008 um 16:23

Wenns nur migranten wären!

Sie migireren nicht - sie immigrieren - was bedeutet - sie bleiben....
Früher hat man Ausländer gesagt. Dann war das Wort irgendwann so negativ besetzt, dass man ein neues fand... Migranten... klingt noch besch..ener. Und wenn dieses dann diskreditiert ist .... was erfinden wir dann?
Alienisten?
Expatrienten?
Neoterranten?
Neodemosten?


Antworten Antworten Von Weiden am 27.07.2008 um 18:44

Re: Wenns nur migranten wären!

und was hat das mit dem Thema zu tun? Bleiben SIe doch bitte bei Ihrer Stammzeitung, der Krone, und belästigen Sie und hier nicht.

Antworten Von Gast: zer am 27.07.2008 um 14:21

Re: Sie heissen noch Cobra...

Haben sie den Artikel gelesen?
Karadzic war nicht in Wien, sondern der Wunderheiler Glumac.

Wie also hätte die Cobra ihn finden können?

Bitte um Aufklärung.

Antworten Von demedici am 27.07.2008 um 12:17

Re: Sie heissen noch Cobra...

Sie haben etwas von einem Klugscheisser ! Wenn selbst die Serben und Kroaten und die Gernzbeamten ihn nicht erkannten, so soll man das von der Cobra erwarten müssen, die ja "einzig auf die Erkennung unkenntlich gemachter Personen spezialisiert ist" ? Ist das ihre Vorstellung von der Cobra ???

Antworten Antworten Von panda82 am 27.07.2008 um 13:12

Re: Re: Sie heissen noch Cobra...

Beleidigte Bananen können nicht gerade gebogen werden....

Von Gast: Beyazit am 26.07.2008 um 20:13

Na ja ...

Und was sagt der Strache?

Von Faktum Est am 25.07.2008 um 09:34

Wenn er sich selbst zu Tode foltert, ...

... dann soll man ihn lassen.
Als Humanisten dürfen wir ihn ja nur einsperren - und nach ein paar Jahren wegen guter Führung entlassen. Aber wenn er sich die Todesfolter selbst auferlegt?

Von Gast: Beobachter am 25.07.2008 um 08:37

Warum er nix isst?

Weil er nocht wie Genosse Slobo vergiftet werden moechte. Sowas spricht sich herum.

Antworten Von Gast: gast am 25.07.2008 um 10:21

Re: Warum er nix isst?

vielleicht haben die dort einfach einen schlechten koch.

Antworten Antworten Von alice am 26.07.2008 um 01:19

Re: Re: Warum er nix isst?

tjy am balkan stirbt man schnell...ein schlechter koch...ein bauchschuss oder vielleicht nur ein schneller hezinfarkt bei kerngesunden....alles is möglich ...denn nix genaues weis ma net....

Antworten Antworten Antworten Von Gast: ASVG-Sklave am 26.07.2008 um 23:13

Re: Re: Re: Warum er nix isst?

Sie meinen wohl Den Haag?

 
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