Bei einem verheerenden Selbstmordanschlag auf eine Stammesversammlung im unruhigen Nordwesten Pakistans sind mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wurden etwa 100 weitere Menschen verletzt, als sich der Attentäter in der Menschenmenge in die Luft sprengte. Den Angaben zufolge hatten sich im Orakzai-Stammesgebiet nahe der Grenze zu Afghanistan mehr als 500 Angehörige einer einheimischen Volksgruppe versammelt, um eine regierungsnahe Kampftruppe zu gründen. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag.
Die traditionelle Stammesarmee oder Lashkar sollte als bewaffnetes Gegengewicht zu den radikal-islamischen Taliban aufgebaut werden, um deren Vormarsch in der Region zu stoppen, hieß es. Während sich in den benachbarten Stammesgebieten Extremisten und pakistanische Sicherheitskräfte seit Monaten heftige Gefechte liefern, galt Orakzai bisher als relativ sicher. Nach pakistanischen Medienberichten hatte sich in Orakzai vor knapp zwei Wochen eine Stammesarmee gebildet, die seitdem bereits zahlreiche Aufständische festgenommen haben soll.
Die Stammesgebiete im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet gelten als Hochburg der Aufständischen und Rückzugsraum für Taliban-Kämpfer und Al-Kaida-Terroristen. Die Regierung in Islamabad hat etwa 100.000 Sicherheitskräfte in der Unruhe-Region stationiert, die im Rahmen des Anti-Terror-Kampfes gegen die Extremisten vorgehen. Zudem unterstützt das Militär den Aufbau örtlicher Stammesmilizen.
(Ag.)





US-Automarkt brach im Dezember weiter ein
Skiunfall: Spitzenpolitiker Althaus ohne Erinnerung
Madoff-Skandal: Schwere Pannen der US-Aufsicht


RSS