Die Grünen begeben sich im Wahlkampf erneut auf das Schlachtfeld Internet. "Wir haben schon beim letzten Mal darauf gesetzt, nun wollen wir es verstärken", erklärte Wahlkampfleiterin Michaela Sburny im Gespräch mit der APA die Strategie für die kommenden Monate. Offiziell beginnt der Wahlkampf der Grünen am 10. September mit einer Auftaktveranstaltung in Wien, drei Tage zuvor soll am Bundeskongress die Liste erstellt werden.
Schlagworte wie "Interaktion" und "optimale Kommunikation" werden im grünen Internet-Wahlkampf groß geschrieben. Genaues will Sburny noch nicht verraten, dem modernen urbanen Zielpublikum will man sich aber als "technischer Vorreiter" präsentieren. "Die Leute sollen die Information möglichst so bekommen, wie sie sie gebrauchen können", so Sburny, die gleich die Themen vorgibt: Verteilung des Wohlstands, Migration, Bildung, Umwelt - und nicht zuletzt Europa.
Beim Thema Europa wollen die Grünen zeigen, dass nicht alles schlecht ist, was aus Brüssel kommt: "Die EU eignet sich nicht als Sündenbock." Dass Gelder derzeit nicht gerecht verteilt würden, sei ein "hausgemachtes Problem". Womit man schon beim politischen Gegner ist. "Die ÖVP hat die obersten 3.000 bevorzugt", so Sburny, die einen leicht angriffigeren Wahlkampf als zuletzt in Aussicht stellt. "Man muss sicher festhalten, was in dieser Regierung nicht funktioniert hat." Immerhin gehe es diesmal um eine Richtungsentscheidung.
Ganz so aggressiv dürfte es dann aber doch nicht werden, man wolle vorwiegend Alternativen aufzeigen, kündigt die Grüne Wahlkampfleiterin an. Zentrum des Wahlkampfes ist die Bundesparteizentrale am Wiener Rooseveltplatz. In den schon fast klinisch aufgeräumten Büros wird jene Kampagne erarbeitet, die nach Letztstand 2,86 Millionen Euro kosten soll. Auch weitere Zahlen gibt es schon: 23.000 Kleinplakate und 2.500 im Großformat sollen laut Sburny "Hoffnung geben", als Agentur setzt man auf die bereits vertraute "Super-Fi".
Den Kontakt zum Volk wollen die Grünen vorwiegend mit Spitzenkandidat Alexander van der Bellen und dessen Stellvertreterin Eva Glawischnig suchen. Im Gegensatz zum vergangenen Wahlkampf wollen diesmal beide gemeinsam bei Veranstaltungen auftreten. "Van der Bellen steht für einen bestimmten Stil, den die Leute schätzen", so Sburny. Aber auch Überraschungen soll es auf der Liste geben: "Wir werden zwei, drei ganz neue Leute ganz vorne platzieren."
Nicht nur zu den einzelnen Menschen, auch zu Umweltaktivisten, Migrantengruppen und NGOs suchen die Grünen derzeit Kontakt. Man sei bereits fündig geworden, so Sburny, Namen will sie später verraten. Die Schlussveranstaltung soll am 26. September in Wien sein, bis Samstagabend wollen die Grünen aber noch aktiv um Wähler werben.
(APA)
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