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Laura Rudas: „Ich wähle Graf nicht“

08.10.2008 | 18:49 |  OLIVER PINK (Die Presse)

Eine Ja-Stimme will die SP-Abgeordnete nur dann abgeben, wenn der FPÖ-Kandidat Martin Graf aus Burschenschaft Olympia austritt.

Die Presse: Die offizielle Linie der SPÖ-Klubführung lautet: Die Sozialdemokratie wird den Freiheitlichen Martin Graf zum Dritten Nationalratspräsidenten wählen. Werden Sie das auch tun?

Laura Rudas: Ich bin zwar grundsätzlich eine Verfechterin des Klubzwangs, weil dies klare Entscheidungen ermöglicht. Aber hier geht es um eine moralische Frage. Um die Würde des Parlaments. Ich werde Martin Graf daher nicht zum Dritten Präsidenten wählen.

 

Warum nicht?

Rudas: Weil er Mitglied der Burschenschaft Olympia ist. Man braucht nur einmal nachzulesen, welche Meinungen dort vertreten werden, was die dort für ein Geschichtsverständnis haben. Da bekommt man Gänsehaut. Martin Graf müsste aus der Olympia austreten, um wählbar zu sein.

Was er wohl nicht tun wird.

Rudas:Das muss er selbst entscheiden. Ich möchte aber schon auch festhalten, dass ich der Meinung bin, dass der FPÖ, die bei der Nationalratswahl den dritten Platz erreicht hat, der Dritte Parlamentspräsident sehr wohl zusteht. Nur ist ein Mitglied der Burschenschaft Olympia eben nicht die geeignete Person dafür. Wie gesagt: Es geht um die Würde des Parlaments.

Peter Fichtenbauer oder Barbara Rosenkranz, die Graf intern unterlegen sind, würden Sie also wählen?

Rudas: Ja.

 

Bei vielen war nach der Wahl das Entsetzen groß, dass die Jugend diesmal nach rechts abgedriftet ist. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Rudas: Das hat vielfältige Ursachen. Eine davon ist, dass FPÖ und BZÖ von den Jungen nicht mehr als radikale Parteien empfunden werden, obwohl sie radikal sind. Dazu hat die Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen viel beigetragen. Wolfgang Schüssel hat sie, wenn man so will, salonfähig gemacht. Dazu kommt noch, dass die Jungen keine Stammwähler sind, sie sind sehr streng in ihrem politischen Urteil und haben die beiden Großparteien abgestraft. Doch die nun gängige Analyse, dass wir von den arrivierten Parteien jetzt einfach nur lustiger und lässiger auftreten müssten, ist meiner Meinung nach ziemlich falsch.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2008)


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148 Kommentare
 
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Von Gast: tc_t am 10.10.2008 um 21:06

sehr komisch


die braunen deppen, denen die demokratie ein dorn im auge ist, halten es fur un-demokratisch, wenn eine freie abgeordnete bei einer freien wahl nach ihrem freien willen stimmt.

so lange österreichs braune so dämlich sind, braucht man sich eigentlich kaum sorgen zu machen.


Antworten Von ralshob am 12.10.2008 um 08:53

"freie abgeordnete" gibt es im oe parlament schon lange nicht mehr - wage zu behaupten, dass es die nie gegeben hat


Antworten Antworten Von Gast: tc_t am 12.10.2008 um 17:34

das ist keine frage

deines bauchgefühls oder deines hausverstandes,
sondern österreichisches recht.

wenn es dir nicht passt, dann tschüss

Antworten Von Philosophin am 11.10.2008 um 15:09

Re: sehr komisch - dass die "Braunen" mehr direkte Demokratie fordern und die GROKOnellen ein Jahr Demokratie klauen ist Ihre Überlegungsgrundlage?

Die Prägung auf Parteidebberl ist manchen sofort anzumerken.

Antworten Von Gast: Golden Times am 11.10.2008 um 14:46

Re: sehr komisch

Kenn mi nimmer aus. Wenn unsere natürliche Babsi-NachfolgerIn Laura heißt, wieso sagen die da in der Löwelstraße alle Monica zu ihr? Was, wegen des warmen Platzerls im Parlament? Verstehe. Wir müssen halt alle Opfer bringen, damit alles demokratisch seinen rechten linken Weg geht. Und das ist gut so!

Von Zenith2 am 10.10.2008 um 15:44

Also...

Herr Graf ist gewählter Abgeordneter. Er ist auch Mitglied eines nicht verbotenen Vereins. Seit 1919 herrscht in Österreich die Koalitionsfreiheit (mit Unterbrechung 1932-1945). Aber halt! Die NSDAP und ihre Gliederungen oder dieselben Ziele verfolgenden Vereine, Verbände und Organisationen sind seit 1945 verboten und Menschen, die deren Ziele propagieren, können mit Gefängnis bis zu mehreren Jahren bestraft werden. Die Burschenschaft Olympia ist nicht verboten, ihre Mitglieder vertreten nicht die Ziele der NSDAP und..., sonst wären sie im Gefängnis und könnten nicht zum Abgeordneten gewählt werden. Also steht der Wahl des Herrn Graf zum 3. NR-Präsidenten nichts im Weg. Daß Frau Rudas das nicht begreift ist ihr nicht anzukreiden, ist sie ja doch in einer sozialistischen Familie großgeworden.

Antworten Von Tom93 am 10.10.2008 um 19:07

nur weil was nicht verboten ist, muß man es noch lange nicht wählen!

die wahl ist frei. sonst könnten wir ja gleich darauf verzichten. wenn man eine person für ungeeignet hält einen posten auszuüben, dann wählt man diese person eben nicht. also was regen sie sich eigentlich so auf? es besteht keinerlei verpflichtung für irgendjemanden graf zu wählen.

Antworten Antworten Von Gast: Wähler am 11.10.2008 um 20:53

Re: nur weil was nicht verboten ist, muß man es noch lange nicht wählen!

Ich halte eine Person, die einem kommunistischen Massenmörder in Wien ein Denkmal aufstellt, für ungeeignet, Bürgermeister dieser Stadt zu sein!

Antworten Von Gast: bildungsbürger am 10.10.2008 um 16:31

Re: Also...

Sie vertreten vielleicht nicht deren Ziele, aber deren Vorstellungen der Gesellschaft, der Geschlechtertrennung, der sozialen Kastenordnung und deren Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Der Aufbau dieser Burschenschaften und deren Tätigkeiten sollen eine gegenseitige Erpressbarkeit der Mitglieder durch Handlungen auf der klingenbreiten Grenze zum Verbotenen erzielen. Daher sind deren Mitglieder indoktriniert wie Mafiapaten, keiner würde den anderen verraten, da jeder Dreck am Stecken hat. Ausserdem: Wieso lassen sich derlei Vereine mit Unsummen fördern? Doch nicht etwa um Sauforgien zu organisieren? Anhänger einer archaischen Kultur neigen zu archaischen Handlungsweisen. Wir leben aber nicht mehr im Ständestaat und daher sind schlagende Burschenschaften mit eindeutig Rechtsextremer Ideologie einfach nicht mehr zeitgemäß, Sie sind gefährlich und Ewiggestrig

Antworten Antworten Von Philosophin am 11.10.2008 um 15:16

Re: Re: Also... Ein Beispiel von Gestrigkeit:

Die Geschichtsforschung ist keinesfalls die Magd der Theologie, sondern sie ist ihr haushoch als geistige Disziplin überlegen.

Sie zerstört das Bild von der mütterlichen Fürsorge und zeigt die darunter liegenden Strukturen der Katholen.

Die Macht der Kirche ruht auf der Unkenntnis ihrer Geschichte.

Schon Erasmus von Rotterdam sagt: "Man soll Theologen übergehen, denn sie verbreiten nur sophistische Haarspaltereien, die für den Rest der Welt keine Bedeutung haben."

Das wäre Ihrer Meinung nach zeitgemäß?

Versuchen Sie SOS Demokratie zu verstehen!

Antworten Antworten Von Gast: Dr. Richard Wolkersdorfer am 10.10.2008 um 22:26

Re: Re: Also...

Sie nenen sich selber hochtrabend "Bildungsbürger". Aber gerade unter den echten Bildungsbürgern in Österreich gab und gibt es einen hohen Prozentanteil an
detuschbewußten Menschen. Im Ständestaat (1934-1938) hatten nicht die Burschenschaften, sondern der CV (der Cartellverband der katholischen Studentenverbindungen) das Sagen.

Antworten Antworten Antworten Von Gast: Tippfehler? am 11.10.2008 um 12:25

Re: Re: Re: Also...

Vielleicht wollte er ja statt Bildungsbürger Bilderberger schreiben?

Antworten Antworten Antworten Antworten Von Philosophin am 11.10.2008 um 15:18

Re: Re: Re: Re: Also... Schildbürger war gedacht;-)


Antworten Antworten Von roger am 10.10.2008 um 18:15

Re: Re: Obwohl

Sie den Untergang des Abendlandes herbeisehnen, sollten Sie trotzdem zur Kenntnis nehmen, dass 44% der 16-19 Jährigen die FPÖ gewählt haben. Soviel zu "zeitgemäß" und "ewiggestrig". Haben Sie schon mal dran gedacht, dass SIE vielleicht am falschen Dampfer sind?

Antworten Antworten Antworten Von Tom93 am 10.10.2008 um 19:10

Re: Re: Re: Obwohl

seit wann wird bei wahlen über richtig und falsch entschieden? es wird nur zum ausdruck gebracht, was die mehrheit für richtig und falsch hält. nur weil eine minderheit von 44% (woher haben sie die zahl?) fpö gewählt haben soll, muß man sich ja denen nicht automatisch anschließen. es zählt das argument, nicht die anzahl derjenigen die eine best. meinung haben, um seine eigene meinung zu bilden oder auch zu ändern.

Antworten Antworten Antworten Antworten Von roger am 10.10.2008 um 20:34

Apropos Minderheit

IHR seid Fünfter, schon vergessen?

Von Gast: Antibolschewik am 10.10.2008 um 12:21

Also ich wünsch den Roten noch viele solche Rudase aus Ungarn. Nach dem Erfolg bei der "Jugend"


Antworten Von Tom93 am 10.10.2008 um 19:18

"Re: Also ich wünsch den Roten noch viele solche Rudase aus Ungarn"

du dummchen. rudas ist aus wien.

Von Harald_Sigl am 10.10.2008 um 12:02

olympen-seite überlastet?

ich vergönns den burschen, jetzt haben sie seit wochen spitzen werbung für ihre verbindung bekommen, und dieses semester bestimmt wieder eine menge neuer füxe!

alle schreiben über sie, und wie gut sie vernetzt sind, und wie erfolgreich ihre mitglieder werden und und und... hätte auch gern so gute werbung für meine verbindung, und das noch in allen zeitungen und um sonst!

Antworten Von my2cent am 10.10.2008 um 14:56

Re: olympen-seite überlastet?

"... und um sonst!" hoffentlich

Antworten Antworten Von Harald_Sigl am 10.10.2008 um 15:06

Re: Re: olympen-seite überlastet?

jetzt reden auch die frau prammer in diesem chor mit, da frag ich mich schon, ob die frau präsidentin nix anderes zu tun hat. beim U-Ausschuss haben sie ihn noch alle brav gewählt, die roten und die grünen. tja, links-populismus ist halt genau so schlimm wie der rechte!

Antworten Antworten Antworten Von my2cent am 10.10.2008 um 21:56

Re: Re: Re: olympen-seite überlastet?

ich persönlich stufe den 3. nr-präsidenten als für den parlamentarismus nicht so wichtig ein wie den vorsitzenden eines u-ausschusses (auf dem papier erscheints umgekehrt, ich weiß)

insofern stimme ich ihnen durchaus zu

Antworten Antworten Antworten Von my2cent am 10.10.2008 um 21:56

Re: Re: Re: olympen-seite überlastet?

ich persönlich stufe den 3. nr-präsidenten als für den parlamentarismus nicht so wichtig ein wie den vorsitzenden eines u-ausschusses (auf dem papier erscheints umgekehrt, ich weiß)

insofern stimme ich ihnen durchaus zu

Antworten Antworten Antworten Von Tom93 am 10.10.2008 um 19:12

Re: Re: Re: olympen-seite überlastet?

was ist daran populistisch sich über die mögliche wahl oder nicht-wahl eines 3. präsidenten des nationalrats zu äußern? das ist wohl auch ein wichtigeres amt als das eines u-ausschuß-vorsitzenden. lassen sie also ihre phrasen mal beiseite.

Von hofmarcp am 10.10.2008 um 10:49

lernen sie geschichte

Liebe Frau Rudas; Ihr politischer Großpapa hat mal gesagt, Lernen sie Geschichte,...; dasselbe sollten Sie sich auch zu Herzen nehmen. Nicht Wolfgang Schüssel hat die Freiheitlichen salonfähig gemacht, sondern zuerst einmal die SPÖ; Schon Kreisky hat Friedrich Peter hofiert, obwohl dieser nachweislich seine Vergangenheit hatte, dann waren die F schon unter Sinowatz (SPÖ) in der Regierung, damals waren auch (neben Steger) braune Vergangenheiten mit dabei; zudem haben die Sozialisten bis in die 90er Jahre hinein kein Problem gehabt mit ihrer eigenen Nazi Vergangenheit; Liebe Frau Rudas, hätten Ihre ParteigenosInnen einen erhrlichern Zugang zu allen demokratischen politischen Parteien, so hätten diese auch nicht den Zulauf. Siehe Wolfgang Schüssel, denn unter seiner Amtszeit hat sich das blaue Lager halbiert, während unter SPÖ Kanzlern die FFen wieder zulegen konnten.

 
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