Zu spät einschaltende "Zuschauer" haben im mit Spannung erwarteten Spiel der WM-Qualifikation zwischen den Färöern und Österreich am Samstagabend ihren Augen wohl nicht getraut. Statt bewegter Bilder mussten sich die Fußball-Fans mit einem Standbild aus Torshavn samt Audio-Kommentar begnügen. Zumindest der vor Ort weilende ORF-Mann Thomas König zeigte vollen Einsatz und vermeldete unmittelbar nach dem Einstieg: "Gerade hat Österreich einmal kurz an die Stange geschossen."
Erst rund 20 Minuten vor Spielbeginn wurde bekannt, dass mit TV-Bildern von der Inselgruppe im Nordatlantik nicht zu rechnen sein wird. Der ORF nahm man sich kein Blatt vor den Mund und sprach von einem "Versagen des Vertragspartners". Tatsächlich war das für eine reibungslose Übertragung benötigte Equipment des internationalen Rechteinhabers Sportfive wegen Transportproblemen nicht rechtzeitig auf den Färöern eingetroffen. Das vor Ort produzierte TV-Signal konnte deshalb nicht nach Wien übermittelt werden.
"Habe so etwas noch nie erlebt"
"In der langen Geschichte der TV-Sportübertragungen habe ich so etwas noch nicht erlebt", meinte ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser in einer Aussendung. Man habe gegenüber dem Vertragspartner bereits "massive Schadensersatzansprüche geltend gemacht". Diese "Ungeheuerlichkeit, für die der ORF nichts kann", würde der österreichische Rundfunk im Sinne der Sportfans bedauern. Das 1:1 der ÖFB-Auswahl wird erst in einer Aufzeichnung am Sonntag (16.15 Uhr, ORF 1) tatsächlich zu sehen sein.
Nicht unüberraschend hatte die herbstliche Wetterlage auf der Inselgruppe für einige Probleme gesorgt. So hatten ständig wechselnde Witterungsverhältnisse mit starken Windböen von bis zu 90 km/h und Regenschauern am Freitag eine fast ganztägige Sperre des Flughafens Vagar bedingt. Zahlreiche Flugzeuge, darunter auch ein ÖFB-Charterflieger samt Präsident Friedrich Stickler, konnten nicht landen. Auch das slowenische Schiedsrichterteam traf erst am Samstag, dreieinhalb Stunden vor Spielbeginn ein. Spekuliert wurde deshalb zunächst sogar mit einer Absage der Partie.
Das Team hatte in weiser Voraussicht bereits am Donnerstag - einen Tag früher als gewohnt - den fünfstündigen Flug über Dänemark auf sich genommen. "Eine Anreise am Matchtag wollen wir uns auf alle Fälle ersparen", meinte ÖFB-Teammanager Bernhard Neuhold. Nicht ohne Grund: Vor genau einem Jahr war Frankreichs Nationalteam vor dem Gastspiel auf den Färöern wegen Schlechtwetters zur Umkehr gezwungen worden und erst am Spieltag angekommen. Die Abreise der Österreicher verzögerte sich dennoch, statt um 21.30 Uhr ging es erst Sonntag um 1.00 Uhr früh zurück nach Wien.
(APA)

Wolfgang Loitzl gewinnt Vierschanzen-Tournee
Jean-Baptiste Grange gewinnt Slalom in Zagreb


Junge Migranten zwischen zwei Welten
RSS