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Schlager, Liu Jia: Gold am Schläger, Silber um den Hals

12.10.2008 | 18:24 |   (Die Presse)

Die Tischtennis-EM in St. Petersburg brachte fünf Medaillen für den ÖTTV. Das ist die drittbeste Ausbeute Österreichs in der EM-Geschichte. Schlager und Liu Jia verpassten knapp Gold.

ST. PETERSBURG (ag./red.). Es war eine knappe Partie, in der Liu Jia ihre Chance auf den zweiten Europameisteritel nach 2005 letztlich nicht nutzen konnte. Die Oberösterreicherin musste sich in St. Petersburg der als Außenseiterin gehandelten Ruta Paskauskiene aus Litauen (90. der Weltrangliste) mit 2:4 geschlagen geben.

Ebenso knapp war es im Herrendoppelfinale zugegangen. Wie Liu Jia hatten auch Werner Schlager und sein niederländischer Partner Trinko Keen Gold am Schläger, aber letztlich „nur“ die Silbermedaille um den Hals baumeln. Gegen die topgesetzten deutschen Titelverteidiger Timo Boll und Christian Süß hatten Schlager/Keen noch eine 3:1-Führung aus der Hand gegeben und mit 3:4 verloren.

Für Schlager war es die sechste Medaille im Doppel. Mit Karl Jindrak hatte er 2005 Gold und dreimal Bronze gewonnen, Bronze hatte er auch mit dem Franzosen Patrick Chila im Vorjahr aus Belgrad mit nach Hause genommen. Mit dem Niederländer, der aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere beenden wird, hatte Schlager neuerlich einen guten, medaillentauglichen Doppelpartner gefunden.

Auch wenn ihm Gold diesmal verwehrt blieb, schrieb Schlager mit drei Medaillen in St. Petersburg ein weiteres Kapitel seiner außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte (u.a. Weltmeister im Einzel 2003, Europameister im Doppel, Platz fünf bei Olympischen Spielen). Und das, obwohl er sich im Einzelsemifinale am rechten Oberarm verletzt hatte und behandelt werden musste. Der 36-Jährige, der seit heuer mit Mentalchoach Johann Weitlaner zusammenarbeitet, verlässt St. Petersburg mit einmal Silber und zweimal Bronze. Denn neben dem zweiten Platz im Doppel und Bronze mit der Mannschaft hatte sich der Niederösterreicher im Einzel bis ins Semifinale vorgekämpft, wo gegen den Deutschen Timo Boll, der im Finale den Weißrussen Wladimir Samsonow 4:2 besiegte, Endstation war.

Schlager trug damit wesentlich zum guten Abschneiden der österreichischen Mannschaft bei, denn das ÖTTV-Team bilanziert bei den Titelkämpfen in der russischen, an der Newa gelegenen Metropole mit zwei Silber- und drei Bronzemedaillen sehr gut. Fünf Medaillen bedeuten die drittbeste Bilanz Österreichs in der EM-Geschichte. 2005 in Aarhus und 2003 in Courmayeur hatte es fünf bzw. vier Medaillen, davon aber jeweils zwei Goldmedaillen gegeben.

 

Gardos krönte sein bestes Jahr

Großen Anteil an der Medaillenausbeute hatte neben Schlager auch Robert Gardos. Der Legionär bei Caja Granada hatte nicht nur vergangene Woche mit Schlager und Chen Weixing die Bronzemedaille im Teambewerb sichergestellt, er hatte im Einzel ebenfalls das Semifinale erreicht und war erst an Samsonow gescheitert. Der 29-Jährige krönte damit ein für ihn hervorragendes Tischtennisjahr. Für den 29-jährigen gebürtigen Ungarn, der bei Olympia in Peking als Vierter eine Medaille knapp verfehlt hatte, war es die erste Individualmedaille seiner Karriere in der allgemeinen Klasse. Schüler- und Jugendeuropameister war er allerdings schon gewesen.

AUF EINEN BLICK

Fünf EM-Medaillen holten die ÖTTV-Spieler: Liu Jia Silber im Damen-Einzel, Werner Schlager Silber im Doppel und wie Robert Gardos Einzel-Bronze. Zudem gewann das Herrenteam Bronze.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2008)


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