
Die Türkei hat am Dienstag einen Vertrag mit einem internationalen Konsortium zur Finanzierung des umstrittenen Ilisu-Staudamms am Tigris unterzeichnet. Der zugesagte Kreditrahmen beträgt 1,2 Mrd. Euro. Deutschland ist an dem Kredit mit einer Hermesbürgschaft in Höhe von 93,5 Mio. Euro beteiligt, auch die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) zum Projekt eine Haftungsübernahme zugesichert.
Gegen eine mögliche Mitfinanzierung des türkischen Ilisu-Staudamms durch die Bank Austria Creditanstalt (BA CA) wird seit Wochen vor verschiedenen Filialen der Bank protestiert, die Aktionen sollen kommende Woche weiter gehen. Nicht-Regierungsorganisationen (NGO's) und Umweltverbände in mehreren Ländern kritisieren das Projekt seit längerem, weil es sich ihrer Meinung zerstörerisch auf Menschen, Umwelt und Kultur aus wirkt.
Der Bau des Staudamms in Dargecit, 45 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt, begann vor einem Jahr. Kritikern zufolge bedroht der geplante Stausee die historische Stadt Hasankeyf und vertreibt mehrere tausend in dem Gebiet lebende Kurden. Das Wasserkraftwerk soll 2014 in Betrieb genommen werden und jährlich 3,8 Mrd. kWh Strom erzeugen. Den Projekt-Verantwortlichen zufolge liegen 80 Prozent der Bauten von Hasankeyf außerhalb des Stausees. Die übrigen würden in ein geplantes Freiluftmuseum in der Region versetzt.
Der österreichische Anlagenbauer Andritz weiter auf einem Großauftrag beim Bau des türkischen Großstaudamms Ilisu. "Wir sind überzeugt, dass die Türkei die internationalen Standards einhält. Daher sind wir nach wie vor gewillt, zu liefern", erklärte Andritz-Chef Wolfgang Leitner Anfang August. Von den 1,3 Mrd. Euro Bauvolumen würden laut Leitner für die Turbinenausstattung 230 Mio. Euro auf Andritz entfallen.
(APA)
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