Im Iran wird die Kampagne gegen die italienische Modegruppe Benetton fortgesetzt. Das Unternehmen hat in den vergangenen zwei Jahren in Teheran vier Filialen eröffnet. Die Tageszeitung "Iran", die Präsident Mahmoud Ahmadinejad nahe steht, beschuldigte den Modekonzern aus Treviso, mit Mikrochips, die in den verkauften T-Shirts versteckt würden, den Iran auszuspionieren. Chips in Benetton-Produkten
"Viele Benetton-Produkte enthalten Chips, die Informationen sammeln und sie einer Zentrale zur Datensammlung weiterliefern. T-Shirts und Hosen dieser Geschäfte sind Spionagemittel", hieß es in einem Kommentar der Zeitung.
"Die Chips basieren auf der RFID-Technologie (Radio Frequency Identification, Anm.) und liefern Informationen über Radiowellen", hieß es im Kommentar der Tageszeitung "Iran" weiter. Benetton erwiderte, dass der Konzern ursprünglich die sogenannte RFID-Funkchips zur besseren Kontrolle der verkauften Waren und gegen Diebstähle verwenden wollte, er jedoch aus Kostengründen darauf verzichtet habe, verlautete aus dem Konzern im Hauptquartier in Ponzano Veneto.
Schilder nur auf Englisch
Eine Gruppe iranischer Parlamentarier hatte vor zwei Wochen eine Protestkampagne gegen die italienische Modegruppe gestartet. Benetton habe einen "schlechten Einfluss" auf die iranischen Frauen, betonten die fünf konservativen Parlamentarier, die Benetton einen Protestbrief geschrieben haben. In den Benetton-Geschäften sehe man außerdem keine Schilder auf Farsi, sondern nur auf Englisch.
Benetton wies die Vorwürfe zurück. "In unseren iranischen Geschäften verkaufen wir nur Sportbekleidung, unsere Kollektionen sind dort dieselben, die wir im ganzen Nahen Osten vertreiben", betonte ein Benetton-Sprecher. (APA)

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