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ORF: Online-Chef will bis 2011 bleiben

10.10.2008 | 18:34 | PATRICIA KÄFER (Die Presse)

Thomas Prantner geht davon aus, dass seine Direktion nicht aufgelöst wird.

Aufregung gibt es um eine Ankündigung von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz gegenüber der „Presse“: Die Führungsstrukturen von Online-Direktion (der Thomas Prantner vorsteht) und ORF On werden noch heuer zusammengeführt. Dies hatte Wrabetz am Rande der Pressekonferenz nach der Stiftungsratssitzung am Mittwoch gesagt. Wie die „Doppelgleisigkeiten“ personell ausgeräumt werden, darauf wollte der Generaldirektor sich vorerst nicht festlegen.

Das bedeutet, dass die Online-Direktion und die Führung der ORF-Tochter „Online und Teletext GmbH“ (ORF On) verschmelzen würden. Letztere ist – wie der Name sagt – für Herstellung und Vermarktung des Online-Auftritts des ORF und seines Multi- und Teletext-Angebotes verantwortlich. Wie das „Gebühren Info Service“ (GIS) ist ORF On ein Tochterunternehmen des ORF. Die Online-Direktion ist eine der sechs großen ORF-internen Abteilungen – und dem Vernehmen nach werde eher diese abgeschafft. Der Sessel von Direktor Thomas Prantner würde damit heftig wackeln.

Prantner interpretierte Wrabetz' Bemerkung anders: In einem Brief an die „Presse“, der auch im ORF verbreitet wurde, vertritt er am Freitag die Meinung, Wrabetz habe am Montag „ganz klar festgestellt, dass er nicht die Absicht hat, die Online-Direktion aufzulösen, sondern, dass diese erhalten bleibt“. ORF-Sprecher Pius Strobl wollte dazu nicht nochmals Stellung nehmen: „Der Generaldirektor hat alles dazu bereits gesagt“, teilte er der „Presse“ mit.

 

„Aufgrund dieser Erfahrungen“

Was aber auch laut Prantner zu überprüfen sei, das sind „die Strukturen im Onlinebereich des ORF“: „Aufgrund der Erfahrungen der letzten eineinhalb Jahre halte ich eine Strukturreform für absolut notwendig, um die zahlreichen Doppelgleisigkeiten zwischen Online-Direktion und ORF On zu beseitigen und auch Klarheit über die verschiedenen Kompetenzen zu schaffen.“ Die Unternehmensberatung Roland Berger untersucht den ORF-Online-Bereich seit Sommer – laut Wrabetz ist schon jetzt die Konsequenz, die beiden Zweige zusammenzulegen; laut Prantner „werden die endgültigen Entscheidungen dann nach Vorliegen des Endberichts getroffen“.

Am Küniglberg wurde daneben über eine andere Jobmöglichkeit für Prantner spekuliert: Er könnte auf den Salzburger ORF-Landesdirektor Siegbert Stronegger folgen. Prantner dazu: „Das ist für mich keine Option, weil meine einzige Option die Funktion des Online-Direktors ist, für die ich mit großer Mehrheit für fünf Jahre gewählt wurde. Die Leitung der Online-Direktion ist eine der spannendsten beruflichen Herausforderungen, die der ORF bietet, und ich habe selbstverständlich die Absicht, meinen Vertrag als Online-Direktor bis 31.12.2011 zu erfüllen.“


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