BERLIN/TEHERAN(ag.). Sein Deckname war „Sindbad“. Seit seinem Jahrzehnt soll der 61-jährige Iraner den deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) mit Informationen versorgt haben. Am vergangenen Sonntag wurde er laut „Spiegel“ auf dem Flughafen Frankfurt verhaftet. Denn der Top-Agent hat angeblich auch für die andere – die iranische – Seite gearbeitet. Er steht im Verdacht, das iranische Regime wiederholt mit Zubehör für dessen Raketenprogramm versorgt haben.
Der Doppelagent galt als eine der wichtigsten Quellen des BND, seine Informationen sollen mehrmals direkt an Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) weitergeleitet worden sein. Für seine Dienste kassierte er mehr als eine Million Euro.
Herausforderer für Ahmadinejad
In Teheran kündigte Ex-Parlamentspräsident Mehdi Karroubi seine Kandidatur bei den Präsidentenwahlen am 12. Juni 2009 an. Der als relativ moderat geltende Kleriker war beim letzten Urnengang im Juni 2005 Dritter geworden. Nun kritisierte Karroubi die Wirtschafts- und Außenpolitik des amtierenden Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad: Der Iran müsse zwar auf sein ziviles Atomprogramm bestehen, doch zugleich auch auf Befürchtungen des Westens eingehen.