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„Wir spielen auch in Wien auf Sieg“

12.10.2008 | 18:27 | Von unserem Korrespondenten THOMAS ROSER (Die Presse)

Nach jahrelanger Berg- und Talfahrt soll Radomir Antic den wankelmtigen „Adlern“ endlich zu mehr Stabilität und Erfolg verhelfen. Gegen Litauen gelang Serbien ein überzeugender 3:0-Sieg.

BELGRAD. Sieger haben Grund zur Freude. Strahlend nahm Radomir Antic in den Katakomben des Belgrader Makarana-Stadions Glückwünsche entgegen. Zur Euphorie gebe es zwar keinen Grund, „aber ich bin sehr zufrieden – mit dem Ergebnis, vor allem aber mit dem Spiel“, meinte Serbiens Nationalcoach nach dem überzeugenden 3:0-Sieg gegen Litauen. „Dieser Triumph bedeutet für uns nicht nur drei Punkte. Es sind schon jetzt deutlich Fortschritte in unserem Spiel zu sehen.“ Die individuellen Qualitäten der Hoffnungsträger von Serbiens erfolgsentwöhnter Fußballnation sind und waren zwar meist über jeden Zweifel erhaben. Doch seit Jahren pflegen „die Adler“ ihre Fans in ein stetes Wechselbad der Gefühle zu stürzen. Überzeugenden Siegen folgten peinliche Patzer. Ausgerechnet im Nationaltrikot ließ es die millionenschwere Legionärstruppe oft an Motivation und der rechten Einstellung fehlen. „Mehr Stabilität und Kontinuität“ wolle er erreichen, sagt der frühere Coach von Real Madrid und FC Barcelona.

Tatsächlich gingen die Mannen um Kapitän Dejan Stankovic (Inter Mailand) gegen den bisherigen Tabellenführer Litauen von Anpfiff an sehr konzentriert zu Werke. Das bärenstarke Mittelfeld mit Stankovic als Abräumer und Ideengeber stürzte über die glänzend aufgelegten Außenläufer Milos Krasic (ZSKA Moskau) und Milan Jovanovic (Standard Lüttich) die hoffnungslos überforderte Abwehr der harmlosen Gäste von einer Verlegenheit in die andere. Der litauische Einmann-Sturm wurde von den Abwehrroutiniers Nemanja Vidic (Manchester United) und Mladen Krstajic vollständig abgemeldet. Vor allem der rechte Außenverteidiger Branislav Ivanovic (Chelsea) schaltete sich immer wieder in das muntere Angriffsspiel ein: Nach Eckbällen brachten Ivanovic (6.) und Krasic (34.Minute) die Hausherren schon früh auf die Siegerstraße. Nur ihrem Torwart Karcemarskas hatten die Gäste die Vermeidung eines haushohen Debakel zu verdanken: Chancen für einen Kantersieg hatten die Serben genug. Einzig der Angriff fiel in dem starken Team merklich ab. Marko Pantelic rackerte wie eh und je – allerdings glücklos. Außer mit vergebenen Chancen fiel er vor allem durch Fehler auf. Auch von Valencia-Bankdrücker Nikola Zigic war bis zu seinem verschossenen Elfmeter in der 76. Minute wenig zu sehen: Doch zumindest gelang dem Lulatsch kurz darauf doch noch ein sehenswerter Treffer.

Während die Gruppenfavoriten Rumänien und Frankreich nach ihrem 2:2 Federn lassen mussten, reisen die Serben als Gruppenerster nach Wien. „So wie gegen Litauen müssen wir gegen jeden Gegner spielen – offen und auf Angriff,“ freut sich der eingewechselte Bosko Jakovic (Genua) auf Österreich: „In Wien werden wir genauso auftreten.“ Auch Coach Antic war mit seinen Gedanken schon beim nächsten Spiel. Serbien werde Österreich sicherlich nicht unterschätzen, versicherte der 59-Jährige. Nötig sei es, „auch in Wien drei Punkte zu holen“, so seine Marschroute: „Wir müssen mit der Autorität einer Mannschaft auftreten, die auf Sieg spielt – egal gegen welchen Gegner.“


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