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Rettung am Nanga Parbat: Geborgene treten Heimreise an

25.07.2008 | 14:59 |  (DiePresse.com)

Am Wochenende werden die zwei Alpinisten in Italien ankommen. Zuvor sprachen sie per Videokonferenz über die Zeit auf dem Berg. Ihrem Kollegen Karl Unterkircher konnten sie "nicht mehr helfen".

Die beiden italienischen Alpinisten Simon Kehrer und Walter Nones haben nach ihrer Rettung vom Nanga Parbat in einer Internet-Videokonferenz ihre dramatischen Tagen auf dem Berg geschildert. "Das waren keine schönen Tage, aber dank unserer Kraft haben wir es geschafft, gesund und sicher ins Basislager zu gelangen", sagte Nones in der Schaltung aus seinem Hotel im pakistanischen Gilgit, wo er und Kehrer sich zunächst ausruhen wollten. Bei der Videokonferenz am Donnerstag waren sie live mit dem Team "Everest-K2-Cnr" verbunden, das die Rettung von Italien aus koordiniert hatte.

Nones und Kehrer erzählten auch vom Unfall ihres Kletter-Kollegen Karl Unterkircher, der bei der Besteigung des 8.126 Meter hohen Nanga Parbat im Himalaya über die bisher noch nicht erklommene Rakhiot-Eiswand abgestürzt war. Unterkircher sei im tiefen, weichen Schnee etwa 15 Meter tief in eine Felsspalte gefallen, sagten sie.

"Dabei ist er mehrmals gegen die Felsen geschlagen. Wir haben ihn fast sofort gefunden, aber wir sahen gleich, dass wir ihm nicht mehr helfen konnten." Nones nannte es "eine große Tragödie, dass wir unseren guten Freund verloren haben, einen großen Bergsteiger und den Chef unseres Teams. Wir sprechen der Frau und den drei Kindern unseres Freundes, die in Italien sind, unser tiefes Beileid aus".

Die Leiche Unterkirchers wird nach den Worten von Agostino da Polenza, der von Italien aus die Rettung geleitet hatte, am Nanga Parbat bleiben. "Wir müssten andere Leben riskieren, um ihn zu bergen und das ist unmöglich. Ich bin sicher, dass auch Karl es so gewollt hätte."

Konsulat übernimmt Bergekosten


Die Rettung der beiden Bergsteiger hat nach einem Bericht der "Westfälischen Rundschau" vom Freitag vermutlich etwa 30.000 Euro gekostet. Das Blatt beruft sich auf Angaben der pakistanischen Flugrettung Askari Aviation. "Unsere Hubschrauber waren insgesamt fast 40 Stunden in der Luft, um die Bergsteiger zu finden", sagte Flugrettungssprecher Bashia Baz.

"Wir haben aber noch nicht alle Posten zusammengerechnet, vielleicht werden es auch 40.000 Euro." Die Flugmanöver seien sehr kompliziert, zum Teil lebensgefährlich, sagte Baz. Sie könnten nur von speziell ausgebildeten Piloten ausgeführt werden.

Das italienische Konsulat sei eingesprungen. Es habe angekündigt, die Kosten für die Hubschrauberrettung in 6000 Metern Höhe zu übernehmen, sagte Baz. Allerdings hatte zuvor Fabrizio Romano vom Krisenmanagement des italienischen Außenministeriums erklärt, die Kosten der Rettungsaktion für die italienischen Alpinisten seien von einer Versicherung abgedeckt. "Die Staatskasse hat dies nichts gekostet, weil solche Expeditionen versichert sind und daher auch derartige Rettungsaktionen vorgesehen sind, sollte bei der Expedition etwas schiefgehen."

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