Der Spanier Carlos Sastre behielt das in L'Alpe d'Huez eroberte Gelbe Trikot mit 1:24 Minuten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Fränk Schleck, 1:33 auf den Österreicher Bernhard Kohl, 1:34 auf den australischen Topfavoriten Cadel Evans und 2:39 auf den Russen Denis Mentschow. Auch auf dem drittletzten Abschnitt am Freitag ist keine Veränderung zu erwarten, die Entscheidung um den Gesamtsieg wird damit am Samstag im 53 km langen Einzelzeitfahren fallen, in dem der Vorjahrs-Zweite Evans die besten Chancen besitzt.
"Stehversuche" vor dem Ziel
Der 25-jährige Burghardt war ein verdienter Sieger. Der Eisel-Kollege im Team Columbia hatte sich bereits in einer ersten Fluchtgruppe befunden und jagte nach rund 80 Kilometern erfolgreich den Ausreißer Barredo (Team Quick-Step). Auf den letzten acht Kilometern matchte sich das Duo ständig, nach "Stehversuchen" wenige hundert Meter vor dem Ziel brachte ein vehementer Antritt Burghardt schließlich den zweiten deutschen Sieg bei der 95. Tour-Auflage nach Stefan Schumacher im Zeitfahren. Der bisher größte Erfolg des Sachsen war bereits der fünfte für den Columbia-Rennstall nach vier des Sprinters Mark Cavendish (GBR).
Die Besten des Gesamtklassements konnten bei gleichmäßigem Tempo neue Kräfte sammeln. Auf der Fahrt über je eine Bergwertung der zweiten, dritten und vierten Kategorie verzichteten sie auf Attacken. Das Team CSC-Saxo Bank von Sastre und Schleck begnügte sich diesmal damit, das Tempo zu kontrollieren. "Die Steigungen waren nicht schwierig genug, um Evans oder Mentschow Probleme zu bereiten, auch wir müssen unsere Kräfte einteilen", sagte Sastre.
Kohl steckte Strapazen gut weg
Der Rückstand des großen Feldes auf die Ausreißer betrug schließlich 6:50 Minuten. Bernhard Kohl rollte nach den Strapazen des Mittwochs, dem härtesten Tag seiner bisherigen Karriere, mit dem rot-gepunkteten Trikot sturzfrei ins Ziel. Lächelnd nahm er bei der Siegerehrung ein weiteres Mal das Berg-Trikot entgegen.
Der Italiener Damiano Cunego kam hingegen nach rund 20 Kilometern mit zwei anderen Fahrern schwer zu Sturz und musste wegen einer Blessur am Kinn lange behandelt werden. Der Gesamt-14. fand sich alleine weit hinter dem Feld, kämpfte sich unterstützt von vier Teamkollegen ins Ziel, sein Rückstand von bisher zwölfeinhalb MInuten verdoppelte sich jedoch. Der Ex-Giro-Sieger, der sich heuer voll auf die Tour konzentriert hatte, hatte die Erwartungen auf keiner der Bergetappen erfüllt.

