Seit 1901 wird der Friedensnobelpreis an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich durch besondere Verdienste in der Friedensarbeit auszeichnen. Unter den bisherigen Preisträgern sind mit der Schriftstellerin Bertha von Suttner und dem Journalisten Alfred Hermann Fried auch zwei Österreicher. Mehrere weitere Österreicher wurden für den Nobelpreis vorgeschlagen.
1905 erhielt Bertha Sophie Felicitas Freifrau von Suttner den Friedensnobelpreis für ihr Lebenswerk. Ihr berühmtestes Werk ist der Roman "Die Waffen nieder!" von 1889. Sie hatte Alfred Nobel zur Stiftung des Friedensnobelpreises angeregt und war von ihm ursprünglich als erste Preisträgerin vorgesehen gewesen. Der österreichische Journalist Alfred Hermann Fried wurde 1911 gemeinsam mit dem niederländischen Juristen und Politiker Tobias Asser ausgezeichnet. Fried war Herausgeber der pazifistischen Zeitschrift "Die Friedenswarte".
Bruno Kreisky vorgeschlagen
Im November 1979 gab es erstmals Gerüchte um eine mögliche Nominierung des damaligen SPÖ-Bundeskanzlers Bruno Kreisky. Damals hieß es von Seiten des Präsidenten der Katholischen Aktion Österreichs, Eduard Ploier: "Wenn die Friedensbemühungen von Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky im Nahen Osten Erfolg haben und er einen entscheidenden Beitrag zum Frieden leisten kann, so ist das eine Tat, die durchaus auf der Ebene eines Friedensnobelpreises liegt."
1984 schlug Hans Benedikter, Parlamentarier der Südtiroler Volkspartei, Bruno Kreisky schließlich wegen seiner Verdienste um eine Lösung im Nahost-Konflikt für eine Nominierung vor. Kreiskys jahrelange, oftmals auch missverstandene Bemühungen zur Entschärfung der explosiven Lage im Nahen Osten sollten so in der ganzen Welt anerkannt werden.
Gmeiner und Wiesenthal nominiert
Im selben Jahr bestätigte der damalige Sekretär des norwegischen Nobelkomitees, Jakob Sverdrup, die Nominierung von zwei Österreichern: Hermann Gmeiner, Gründer der SOS-Kinderdörfer und Simon Wiesenthal, Leiter des Jüdischen Dokumentationszentrums in Wien zählten 1984 zu den 83 Anwärtern für den Friedensnobelpreis.
Waldheim, Mock und Vranitzky im Gespräch
1987 schlug die Internationale Fortschrittsorganisation (IPO) den damaligen Bundespräsidenten Kurt Waldheim als potenziellen Preisträger vor. Hans Köchler, Leiter der IPO, verwies in seiner Botschaft an das Nobelpreis-Komitee auf Waldheims Eintreten für Menschenrechte und Frieden während seiner Amtszeit als Generalsekretär der Vereinten Nationen. Waldheim stand damals allerdings wegen der Debatte über seine Kriegsvergangenheit im internationalen Rampenlicht und auf der US-Watch-List.
Auch der frühere Außenminister Alois Mock war für eine Nominierung im Gespräch. Er war 1994 vom ehemaligen kroatischen Außenminister und UNO-Botschafter Zvonimir Separovic wegen seines Engagements für den Frieden in Ex-Jugoslawien vorgeschlagen worden. Zuletzt schlug eine Gruppe von Abgeordneten aus Albanien, Mazedonien und Bulgarien 1998 den früheren österreichischen Bundeskanzler Franz Vranitzky vor. Begründung: Dessen Albanien-Engagement als Sonderbeauftragter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE).
Nominierungsvorschläge können unter anderem von Mitgliedern des Nobelpreis-Komitees, von Trägern des Friedensnobelpreises, Parlamentariern, und Regierungsmitgliedern und Wissenschaftlern eingereicht werden.