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Deripaska gibt zweite Beteiligung im Ausland auf

10.10.2008 | 18:37 | Von unserem Korrespondenten EDUARD STEINER (Die Presse)

Nach Magna ist der reichste Russe nun beim Baukonzern Hochtief ausgestiegen.

MOSKAU. Zur Lösung der finanziellen Engpässe stößt der russische Milliardär Oleg Deripaska offenbar in erster Linie seine ausländischen Beteiligungen ab. Wie das Unternehmen Donnerstagabend bekanntgab, hat Deripaskas Holding Basic-Element („Bazel“) ihren 9,99-Prozent-Anteil am größten deutschen Baukonzern Hochtief veräußert. Die knapp sieben Millionen Aktien gehen an die Commerzbank und die Allianz.

Das Engagement in Deutschland war von kurzer Dauer. Erst im Frühjahr 2007 hatte Deripaska den Anteil im Zuge einer Expansionsoffensive in den Westen erworben. Am Donnerstag kostete Hochtief 169,2 Mio. Euro. Deripaska dürfte dabei 340 Mio. Euro verloren haben. „Es war eine Portfolio-Investition“, zitiert die Zeitung „Wedomosti“ Bazel-Vertreter Konstantin Panin: „Wir sehen, wie sich der Aktienwert von Hochtief verringert. Der Ausstieg ist eine vernünftige finanzielle Entscheidung.“

So wurde auch Deripaskas Ausstieg aus dem 20-prozentigen Aktienpaket beim austrokanadischen Automobilzulieferer Magna International begründet. Dem gingen sogenannte Margin Calls voraus, mit denen Banken vom Kreditnehmer Bargeldnachschüsse oder neue Sicherheiten für erworbene Aktien verlangen. Deripaska entschied sich für den Verkauf.

Von den drei großen Zukäufen im Ausland, die er im Vorjahr getätigt hat, bleibt Deripaska damit nur einer übrig: die Beteiligung am österreichischen Baukonzern Strabag. Am Donnerstag wurde eine Refinanzierung für zwei Jahre durch ein österreichisches Konsortium rund um Strabag-Chef Haselsteiner und Raiffeisen/Uniqa durchgeführt. „Die Investitionen bei Strabag haben strategische Bedeutung, und wir planen, sie zu behalten“, sagte Panin.

Jedenfalls werden laut Bazel die angepeilten Infrastrukturprojekte realisiert werden. Mit Hochtief etwa plant Bazel einen Autobahnring rund um St. Petersburg, der als Mautprojekt auch gemeinsam betrieben werden soll. Auch was die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Sotschi betrifft, hat Deripaska als einer der größten russischen Investoren die Realisierung mit den beiden westlichen Baukonzernen vorgesehen.

Dass der 40-jährige Russe, dessen Vermögen „Forbes“ zuletzt auf 28 Mrd. Dollar geschätzt hat, in finanzielle Nöte schlittern könnte, war auf dem russischen Markt seit Monaten Gesprächsthema. Deripaskas Holding ist mit vielen Kreditpaketen behaftet. Allein sein Aluminiumkonzern Rusal sitzt laut der Zeitung „Kommersant“ auf 14 Mrd. Dollar Schulden. Im April hat Rusal die Sperrminorität am weltweit größten Nickelproduzenten Norilsk Nickel erworben. Dessen jüngste Börseverluste lösten Spekulationen über Margin Calls aus.

 

Auch Vekselberg betroffen

Unterdessen hat der russische Oligarch Viktor Vekselberg eingestanden, dass auch sein Renova-Konzern Margin Calls erhalten habe. Über Details ließ er sich nicht aus. Unterschiedliche Branchenquellen sagten zu russischen Medien, es handle sich um Vekselbergs Aktienpakete bei den Schweizer Konzernen Sulzer (31,4%) und Oerlikon (39%). Vekselberg, auch Großaktionär beim Ölkonzern TNK-BP und mit 11,4 Mrd. Dollar die Nummer 16 auf der russischen „Forbes“-Liste, soll mit Banken über eine Refinanzierung verhandeln.

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