Nach den schweren Belastungen durch die explodierten Energie- und Nahrungsmittelpreise fürchten die Entwicklungs- und Schwellenländer nun ein Übergreifen der massiven Finanzkrise. Viele dieser Staaten seien nicht immun dagegen, hieß es in einer am Freitag in Washington veröffentlichten Erklärung der in den G-24 zusammengeschlossenen Schwellen- und Entwicklungsländer.
Die internationale Gemeinschaft müsse bereitstehen, die ärmsten Staaten mit zusätzlichen Finanzhilfen zu unterstützen. "Die entwickelten Länder haben die Mittel, mit der Krise umzugehen", sagte der Chef der syrischen Zentralbank, Adib Mayaleh. "Wir Entwicklungs- und Schwellenländer aber könnten zusammenbrechen."
Besonders besorgt zeigten sich die G-24 vor der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank, dass die Finanzkrise zum Abzug ausländischen Kapitals aus ihren Ländern, höheren Kosten für Kredite und Vertrauensverlust führen könnte. Die Staatengruppe erneuerte ihren Aufruf an die Weltgemeinschaft, vor allem auch an IWF und Weltbank, "verwundbaren und kriegszerstörten Staaten umfangreicher und schneller Finanzhilfen zukommen zu lassen". Nur so könnten sie "enormen humanitären Aufgaben und Herausforderungen des Wiederaufbaus" bewältigen und ihre Institutionen stärken.
Weltbank-Präsident Robert Zoellick hatte bereits zuvor reiche Länder eindringlich gemahnt, trotz der schweren Finanzkrise die Not armer Staaten nicht zu vergessen. Neben den Belastungen durch explodierende Energie- und Nahrungsmittelpreise drohten Entwicklungsländern nun auch noch wirtschaftliche Folgen durch die Turbulenzen auf den Finanzmärkten, sagte Zoellick am Donnerstag. "Die Industrienationen müssen ein Auge auf einige der ärmsten Länder behalten", sagte er. "Wir können es nicht zulassen, dass die Finanzkrise zu einer menschlichen Krise wird."
Nach Schätzungen der Weltbank wird die Zahl der unterernährten Menschen durch die rasant gestiegenen Nahrungsmittelkosten in diesem Jahr weltweit um 44 Millionen auf 967 Millionen anwachsen. Die Finanzkrise macht es laut Zoellick für arme Staaten schwerer, ihre Bevölkerung vor den Folgen der Preisexplosion bei Lebensmitteln und Energie zu schützen. Internationaler Währungsfonds und Weltbank treffen sich am Wochenende in Washington zu ihrer Jahrestagung.
diepresse.com
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"Nicht zulassen, dass Finanzkrise zu menschlicher Krise wird"
11.10.2008 | 12:17 | (DiePresse.com)
Die Turbulenzen auf den Finanzmärkten drohen sich auf die ärmsten Länder der Welt auszuwirken. "Die Industrienationen müssen ein Auge auf die ärmsten Länder behalten", warnt Weltbank-Präsident Zoellick.
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