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Finanzkrise: Schulterschluss gegen "Markt-Exzesse"

11.10.2008 | 14:11 |  (DiePresse.com)

Die deutsche Kanzlerin Merkel und der französische Präsident Sarkozy beschwören Einigkeit. Der Markt müsse wieder in eine soziale Ordnung eingezwängt werden, sagt Merkel.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy haben am Samstag eine deutsch-französische Einheit in der Finanzmarktkrise beschworen. "Wir erleben im Moment einen Exzess der Märkte, der wieder eingezwängt werden muss in eine soziale Ordnung", sagte Merkel bei einem Treffen mit Sarkozy im ostfranzösischen Colombey-les-Deux-Eglises. "Wir werden diese Aufgabe nur bewältigen, wenn Deutschland und Frankreich gemeinsam vorgehen. Und wir werden dies gut machen."

Der französische Staatschef erklärte, Europa bleibe in der "Krise ohne Beispiel" nur handlungsfähig, wenn beide Staaten "im vollsten Vertrauen und in beispielhafter Freundschaft zusammenarbeiten".

Erst vor einer Woche hatten sich Merkel und Sarkozy beim Gipfel der vier europäischen G-8-Staaten in Paris getroffen. Dabei war es zu Spannungen gekommen, weil Berlin einen von Paris vorgeschlagenen EU-Rettungsfonds für angeschlagene Banken kategorisch abgelehnt hatte. Als wichtiges Signal des neuen Schulterschlusses gilt, dass Finanzminister Peer Steinbrück einen Rettungsplan für deutsche Banken zuerst am (morgigen) Sonntag auf einem Gipfeltreffen der Eurogruppenstaaten in Paris vorlegen will.

Das Treffen am Samstag fand im Rahmen des sogenannten Blaesheim-Prozesses statt. Protokollarischer Höhepunkt war die Einweihung einer Gedenkstätte für Expräsident Charles de Gaulle, der nach dem Krieg mit Kanzler Konrad Adenauer die deutsch-französische Versöhnung eingeleitet hatte und 1970 gestorben war.


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