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ir kennen den Effekt: Die, die immer an den Computer-Galeeren rudern, gehören quasi zur Raumausstattung (fallen also erst auf, wenn sie einmal nicht mehr können oder wollen); daneben gibt es aber auch die Stars, die sich selten, dafür gekonnt in Szene setzen und wie Leuchttürme alles überstrahlen. Auch der ORF setzt gerne menschliche Erkennungsmarken ins Programm. Eine davon heißt Robert Kratky. Den Ö3-Wecker vom Dienst hat im Äther allerdings längst das Galeeren-Schicksal ereilt - jeden Morgen den Griesgram aus den heimischen Stuben zu blödeln ist ganz bestimmt Schwerstarbeit. Und die Hörer betrachten das Schmäh-Niveau längst als so selbstverständlich wie das kostbare Chippendale-Erbstück der britischen Großtante.
Doch diese Woche wagt sich Kratky als Gast-Moderator bei "Willkommen Österreich" auf für ihn neues und auch ein wenig unsicheres Terrain. "Fernsehen ist eine völlig neue Welt für mich", verriet er zuvor per Aussendung. Das Werbefernsehen hingegen nicht. Live moderieren ist eben etwas anderes, als telegen einen Joghurt-Drink zu schlürfen. Doch Kratky ist (Unterhaltungs-)Profi, er spulte das vorgegebene Programm am Montag ohne Pannen und gröbere Unsicherheiten ab. Leider. Der spontane Witz, der in ihm schlummert, schlief ungestört weiter. Vielleicht sollte ihm morgen jemand einen Wecker bringen . . .