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alt? Ja eh. Eine vertrauliche Umfrage auf der Hohen Warte verspricht wenigstens weniger kaltes Wetter: minus 15 Grad am Mittwochmorgen, minus neun Donnerstag früh - das klingt für die aus Oimjakon nach Hitze-Ferien. Erst wenn in dem kleinen jakutischen Städtchen, dem kältesten besiedelten Ort der Erde, die Temperatur unter minus 50 Grad fällt, ist schulfrei. Weil dann der Bus nicht mehr fährt. Da lassen sich Motor und Benzin auch mit dem üblichen Hilfsmittel (einem Bunsenbrenner) nicht mehr auftauen. Da hilft auch der Wodka nichts, der brüderlich zwischen Tank und Gurgel geteilt wird.
Minus 72 Grad wurden 1964 gemessen. RTL wollte es wissen, hat einen Reporter im Zwiebel-Look warm eingepackt und ihn für "Extra - Das Magazin" nach Nord-Ostsibirien geschickt. Eine super Idee. Dort, wo der nächste Supermarkt 1000 Kilometer entfernt ist und das Packeis Brücken obsolet macht, holte RTL dem verwöhnten Mitteleuropäer ein Stück Zufriedenheit zurück. Mit schrägen Experimenten: Ein T-Shirt wurde gewaschen, aufgehängt und dann - stocksteif gefroren - zerbrochen; ein Becher heißes Wasser wurde in die Luft geschleudert und in Sekundenbruchteilen zu Eisnebel. Anschauliches Fernsehen, wie es derzeit (etwa in der Wissenschaft) gefragt ist. Und ein Beruhigungszuckerl für die, die es bei uns schon viel zu kalt finden. Kalt? Nichts gegen Oimjakon.