[*] TV-Kritik Wiesner fragt (ORF2) Archiv schlägt Amüsement

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er Großes ankündigt (oder angekündigt be kommt), kann auch groß scheitern. So gese hen hat Armin Wolf seinem ORF-Kollegen Robert Wiesner die Latte hoch gelegt, als er den Auftakt zu dessen diesjähriger Dienstag-Serie "Wiesner fragt" in der ZiB ansagte: "Es wird sehr amüsant."

Das Amüsement im Polit-Talk mit dem Baulöwen und liberalen Hintermann zur Nationalratswahl Hans Peter Haselsteiner kam dann auch etwas zu kurz. Weder Interviewer noch Gast oder Zuseher konnte lachen, als Wiesner alte Videos zuspielte, die Haselsteiner zum Beispiel mit seiner früheren Einschätzung konfrontierten, fast jeder sei Jörg Haiders Fan. Solches Archiv-Material - Aussagen von einst sollten den Prominenten in Verlegenheit bringen - war schnell pariert. Mehr schmerzte Haselsteiner der Verweis auf seine Klage-Bereitschaft rund um das Fußball-EM-Stadion in Klagenfurt oder den - abgestrittenen - Ruf des Industriellen als "Diktator" über seine Mitarbeiter.

Für solche Fragen und vor allem Antworten hätte man sich mehr Zeit gewünscht, dafür insgesamt weniger Video-Zuspielungen und Themen. Die meisten Bilder waren freilich hervorragend recherchiert und erlaubten kritische, scharfe Fragen. Die Stärke des Journalisten liegt eben nicht im Amüsement, sondern im Archiv. Vielleicht gelingt Wiesner ja mit Madeleine Petrovic am nächsten Dienstag der Gegenbeweis.

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