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eine Sorge, diesmal "talkt" Arabella Kiesbauer nicht. Es wird auch nicht "gevotet" (mit einem durchsichtigen Top unterm Gold-Blazer gegen zwei biedere Krawattenträger anzutreten müsste sowieso als Jury-Bestechung geächtet werden). Diesmal taucht Kiesbauer aus dem Dunkel eines nachtblauen N24-Studios auf, stellt ihr Lächeln auf mittlere Betriebsstufe (um die runde Vollmond-Leuchte nicht zu überstrahlen und der Sache das nötige Gewicht zu verleihen) und führt ein "Gespräch" (keinen "Talk") über Sicherheitsmängel in deutschen WM-Stadien.
Das Format nennt sich "Arabella Kiesbauer", kurz "ak" genannt. Das könnte eine Abkürzung sein: für "Arabella, kusch!". Irgendwer muss ihr in einem Intensivseminar beigebracht haben, sich auf Augen und Hände zu konzentrieren. Nicht, dass diese Zonen bei Kiesbauer sonst sprachlos wären. Im Gegenteil: Arabellas Augenweite scheint, nach Vorbild der guten alten Morse-Zeichen, stets Überraschungsgrad und Größe der Bedeutung einer Sache zu vermitteln. Die Fragen hat sie bei der Premiere brav (und etwas nervös) vorgetragen, mit ihren Zwischenfragen war sie ein brauchbares Sprachrohr der Zuschauer, und das Dazwischenreden - Seminar hin oder her - ist eben ihr Stil. Den kann man mögen. Oder nicht. Ein Format kurz vor Mitternacht wird sowieso kein Straßenfeger. Und ein Bettfeger auch nicht. Sorry, Arabella.