[*] TV-Kritik Tatort (ARD/ORF) Dudelsack lernt Tuba schätzen

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er Dudelsack scheint in der Hierarchie der Musikinstrumente ganz weit unten zu stehen. Gerade über der Maultrommel und gleich neben der Balalaika. Was ein echter Mann ist, der spielt E-Gitarre. Oder von mir aus Saxofon - seit Bill Clinton wissen wir: Darauf steht die Weiberwelt. Aber auf den Dudelsack? Da schlägt der Hobby-Musikant verlegen die Augen nieder - und freut sich, wenn ein anderer gesteht, die Tuba zu blasen (was hätte man sonst schon lernen sollen, damals auf dem Land?). Schwupp, da hat es gefunkt in diesem "Tatort" ("Aus der Traum"). Nicht unbedingt zwischen Dudelsack und Tuba - ein Duett blieb uns erspart. Aber zwischen den Krimihelden - dem einen aus Bayern (Maximilian Brückner), der frisch in die Gegend kam und sich am Kripo-Chefsessel breitmachte. Und seinem saarländischen Kollegen (Gregor Weber), der sich partout nicht mit dem Neuen anfreunden wollte.

Während sich oberflächlich eine banale Mord-Geschichte um eine tote Polizistin, einen verliebten Juwelier und Geldwäscher und seine betrogene Ehefrau entrollte, war die Nebenfront die spannendere: Da stand der neue Boss einer skeptischen Mannschaft vis-à-vis und musste sich seine Seil- und Freundschaften erst zäh erkämpfen. Weniger eine Geschichte über den Tod als eine über das Leben also. Unaufgeregt. Authentisch dargestellt. Sympathisch.

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