W
as sind schon eineinhalb Minuten? Zu wenig, wenn man morgens noch weiterbüseln will. Zu viel, wenn der Zahnarzt gerade im Backenzahn bohrt. Eine Ewigkeit, wenn man eineinhalb Minuten lang eine Kür auf dem Eis zu laufen hat, obwohl man eben erst das Gehen in Schlittschuhen gelernt hat. Bei "Dancing on Ice" (RTL) kämpfen acht Prominente mit je einem Eislauf-Profi um die Gunst von Jury und Publikum. Das Gehen haben alle gelernt. Halbwegs fahren auch. Für Grazie aber war keine Zeit.
Wie einst "Dancing Stars" lebt das Format von einer Mixtur aus Mitleid und Schadenfreude, Sympathie und Abneigung. Und vom Gefühl, dass auch vorlaute Moderatoren und muskelbepackte Spitzensportler manchmal stolpern und auf dem Boden liegen - und zum Aufrappeln Hilfe brauchen. Für uns "Ösis", liebste Lieblingsnachbarn, fehlte bei den Prominenten aber der Schmäh - vielleicht sollte man die nicht nur danach aussuchen, welche TV-Serien man gerade bewerben möchte. Und Mirjam Weichselbraun, unser Export-Girl mit der Hallo-ich-bin-die-aus-der-Tanz-Show-Erfahrung? Die war wie immer (blond und formschön) und spulte immerfort lächelnd die vorbereiteten Ping-Pong-Witzchen mit Moderatoren-Partner Wayne Carpendale ab. Vielleicht könnte mal einer zwischen den Werbeblöcken ein paar Sekunden Extra-Zeit für Spontaneität einplanen?