TV-Kritik Weltjournal (ORF2): Zu Besuch bei Mama Coulibaly

Die Welt dreht sich überall gleich schnell. Über all? In Mali glaubt der Europäer, sie würde sich rückwärtsdrehen. Da dominieren Staub, Eselkarren und einfachste Verhältnisse, dazu Alte, Frauen und Kinder. Die jungen Männer machen sich zu Tausenden auf nach Europa, im Glauben an eine bessere Zukunft. Das "Weltjournal", verlässlicher Begleiter des an nachhaltig informativen Reportagen interessierten ORF-Kunden, hielt Nachschau im Land der Hoffnungslosen. Dort fand Inge Altemeier eine 7-fache Mutter, die es dank eines Mikro-Kredits, wie ihn Nobelpreisträger Mohamed Yunus erfunden hat, zu etwas gebracht hat. Mama Coulibaly ist Marktfrau. Mit ungerechnet 30 Â€ Kredit hat sie ihr Geschäft gestartet. Nun ist sie angesehen, kann einem Sohn eine Ausbildung finanzieren, schickt als Einzige ihre Tochter zur Schule, während der Exodus weitergeht.

Ruhig, sachlich, mit Weitblick - das "Weltjournal" verzichtet auf die im Fernsehgeschäft übliche Marktschreierei. Die Redaktion verlässt sich lieber auf ihre Qualitäten und darauf, dass ein Teil der Zuschauer sich gerade vom ORF mehr erwartet, als blank polierte Oberflächen zu präsentieren oder bestenfalls zaghaft an solchen zu kratzen. Ob das sich erholende Beirut, ob Kaliforniens strenge Umweltschutzgesetze vor den Kongresswahlen oder ultranationalistische EU-Gegner in der Türkei - die Welt ist das Ziel.

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