[*] TV-Kritik Die Liebessuppe (Phoenix) Seepferdchen vor dem Dessert

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a, es ist berechtigt, in fernen Ländern misstrau isch im Essen zu stochern und den zaghaften Ver such zu wagen, die Ingredienzen des aufgetisch ten Menüs zu erfahren. Wenn, dann sollte man das allerdings vor dem Essen machen, sonst könnte einem nachher der Appetit vergehen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Speis und Trank behauptetermaßen der Libido auf die Sprünge helfen sollen. So ist Menschen mit heiklem Magen bei Aufenthalten in Caracas dringend davon abzuraten, sich einen "Superman" zu bestellen - es kann leicht sein, dass man sich von dem zusammen mit Fruchtsäften im Mixer verschwundenen Kuhauge nachher inwendig derart beobachtet fühlt, dass einem jede Lust rasch vergeht.

Aufklärungsarbeit in diesem Sinne leistete Montagabend der Sender "Phoenix" mit einer Dokumentation über "Das Geheimnis der chinesischen Liebessuppe". Die ist nämlich für Männlein und Weiblein nicht gleich. Während in der duftenden Suppe für die Dame herbe Kräuter, Schweinefleisch und die bei uns eher unbekannte Wintermelone schwammen, wunderte sich der Herr am Tisch zu Recht über das leicht eingekringelte Etwas in seinem Topf und erfuhr - danach! -, dass er eben ein Seepferdchen verdrückt hatte. Die Wirkung stand nicht auf der Speisekarte: Ekel.

Edukativer Nebeneffekt: Auf Reisen nie wieder ohne Dolmetsch oder Wörterbuch zum Essen!

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