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enn ein Film als "turbulent" angepriesen wird, dann ist Vorsicht geboten. Und wenn es sich dabei - wie bei "Zwei Bräute und eine Affäre" (Sonntag, ORF2) - um einen Liebesfilm handelt, dann darf man quasi fix davon ausgehen, dass das, was gezeigt wird, ganz bestimmt nicht jugendfrei ist. So unschuldig solche Sonntagsfilmchen auch daherkommen mögen (sogar die Küsse bleiben trocken und steril). Alles nur Tarnung! Turbulent ist nämlich oft die Umschreibung für hinterfotzig, voll gemein, super-fies und genau genommen untragbar.
Gesetzt den Fall, Sie machten sich bereit zu heiraten. Ihre Schwester nähte Ihr Kleid - und ihm den Frack - und würde Ihnen, aus reiner Liebe versteht sich, den Bräutigam ausspannen. Was wäre dann? In einer solchen Konstellation würde jedenfalls mehr Konfliktstoff stecken als in einer Folge "Der Alte" mit den stets stilvollen Familiendramen. Das reicht locker für drei Teile "CSI: Miami", samt Wasserleiche, Mageninhaltsentleerung am Seziertisch und Blutspritzeranalyse am Tatort. Ekelig und faszinierend, wie immer. Aber halt! So lief das nicht.
War ja auch kein Krimi. Also tröstete sich die verschmähte Braut wiederum mit dem langjährigen Verehrer der Schwester, die sich ja den Bräutigam geschnappt hatte. Ein Tabu? Nein, das verstehen Produzenten unter "turbulent".