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as Akronym ZDF (Zweites Deutsches Fernse hen) bekommt eine zusätzliche Bedeutung: "Zeitgeschichte (lernen) durch Fernsehen". Es verdient höchste Anerkennung, was der öffentlich-rechtliche Sender aus Mainz auf dem Gebiet der Zeitgeschichte an Bildungsarbeit beim Fernsehpublikum leistet. Zur allerbesten Sendezeit werden historische Dokumentationen ausgestrahlt: Gerade läuft eine dreiteilige Serie über die großen Diktatoren des 20. Jahrhunderts - mithin auch die größten Massenmörder der Geschichte (am Dienstagabend war Stalin an der Reihe, kommende Woche folgt Mao).
Inzwischen hat das Team rund um Guido Knopp so etwas wie einen eigenen ZDF-Doku-Stil entwickelt. Historische Aufnahmen werden mit aktuellen kombiniert, dazu die Interviews mit Augenzeugen und Experten. Nicht, dass man in der laufenden Serie über Hitler, Stalin und Mao sensationell neue Dinge erfahren würde - über die drei Schlächter hat das ZDF ja auch schon früher Dokumentationen gemacht. Aber gerade durch die klugen Interviews mit den Forschern (etwa Ian Kershaw und Götz Aly zu Hitler, Richard Overy und Jörg Baberowski zu Stalin, Jung Chang und Henry Kissinger zu Mao) entsteht ein äußerst lebendiges Bild. Die traurige Erkenntnis aus dem Gezeigten: Dass in Russland und China das böse Erbe Stalins und Maos noch immer nachwirkt.