[*] TV-Kritik Help-TV (ORF) Dammbruch eines weiten Herzens

B
etulich ist sie. Und stets betroffen. Würde Bar bara Stöckl nicht ein Hauch dauerhafter Ju gendlichkeit anhaften, man könnte sich getrost an den Busen dieser "Mutter der Fernsehnation" kuscheln und beruhigt darauf hoffen, dass zwar vielleicht nicht alles gut, aber vieles besser wird. Manchmal freilich muss man fürchten, an diesem Busen, so entschlossen umsorgt, erstickt zu werden. Dann wieder - wie diesen Mittwoch in "Help-TV" - darf man aufatmen. Die Stöckl hat Rückschau gehalten auf den Super-Gau im Kernkraftwerk Tschernobyl.

Das ist 20 Jahre her. Man erinnert sich an die Warnungen vor dem Schwammerlsuchen und merkt, wie lächerlich solche Gedanken sind angesichts der grauenhaften Folgen, die die Verstrahlung an der Bevölkerung dort verursachte. Eine der Stärken von Stöckl ist das Nachhaken: Wie ging es weiter? Fünf Prozent Überlebenschance hatten die vielen Kinder auf der Krebsstation Charkow vor zehn Jahren. Heute hat die Hoffnung eine neue Messlatte: 75 Prozent. Auch dank der Hilfe aus Österreich. Stöckl verkündet derlei mit ansteckender Euphorie. Wie bei einem Dammbruch sprudelt der Eifer aus ihr heraus - das öffnet zwar die Herzen der Zuschauer, dennoch sollte die Regie dies besser eindämmen. Dass die "ZiB2" nämlich wegen netter, aber nicht notwendiger Publikums-Interviews mit Verspätung anfängt, muss ja wohl nicht sein.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.