[*] TV-Kritik Serienmontag (ORF1) Sind die denn alle auf Drogen?

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as Suchtverhalten kommt langsam. Erst ist da die Langeweile. Die "Millionenshow" ist ja in ihrer Berechenbarkeit ziemlich lähmend geworden. Warum also nicht nach nebenan zappen? ORF1 versorgt montags die wie Steißlagen hervorquellenden literarischen Kopfgeburten US-amerikanischer Krimi-Serien-Autoren. Ein Beispiel:

"CSI: Miami" ermittelt im Todesfall eines Pool-Boys, dem das Vernaschen einer Damenrunde nicht bekommen war. "CSI: New York" findet einen toten Puppendoktor und eine Leiche, die, auch ohne nachzuhelfen, bald gestorben wäre (entsprechend belämmert blickte der Täter drein). Und "Grey's Anatomy"? Schlug diesmal alles: Also, ein Typ bastelt eine Kanone, ein Geschoss landet in seinem Brustkorb, eine Rettungssanitäterin bleibt quasi aus Versehen in eben diesem mit der Hand stecken, schmeißt Stunden später (sie soll sich nicht bewegen, damit das Ding nicht explodiert) die Nerven weg und flüchtet, dafür hat dann eine Jungärztin die Hand in dem Mann undsoweiterundsofort . . . Eine verquere Geschichte. Das macht den Reiz aus. Und wirft die Frage auf, ob diese Autoren wohl auf Drogen sind, wenn sie so etwas schreiben? Sicher sind sie so etwas wie Dealer, denn das, was sie verteilen, macht süchtig. Wenigstens bleibt das in dem Fall ohne Nebenwirkungen - außer, dass man bei Armin Assinger wieder nichts dazugelernt hat.

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