[*] tv-kritik Auf ewig und einen Tag (ORF2) Sensibel am Seziertisch

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itte nicht wieder diese grauenvollen Bilder! Nicht dieser Staub. Nicht die fallenden Men schen. 9/11 sitzt einem noch immer so tief in den Knochen, dass keine Sensationslust aufkommen will. Nicht im Kino. Schon gar nicht im Fernsehen. Feingefühl ist gefragt. Regisseur Markus Imboden hat es bewiesen. In "Auf ewig und einen Tag" erzählt er in einem sich immer wieder in die Vergangenheit verzweigenden Strang die Geschichte einer Männerfreundschaft, die durch den scheinbaren Tod des einen beim Einsturz des World Trade Centers auf eine letzte, entscheidende Probe gestellt wird.

Sensibel werden allgemeine Fragen seziert - es geht ums Erwachsenwerden und Abnabeln, um Egoismus und Verantwortungsbewusstsein, ums Loslassenkönnen, um die Suche nach dem eigenen Weg. Und es geht darum, dass ein bester Freund nicht unbedingt perfekt sein muss: Fritz Karl wechselt überzeugend zwischen Großkotzigkeit und Vaterkomplex, Heino Ferch überwindet sich trotz Gutmenschentum zu manchem hilfreichen Faustschlag. Der Rest sind Nebenschauplätze. Die Frauengeschichten. Die dramatischen Ereignisse beim Einsturz des WTC. Imboden konzentriert sich auf das bitter-schöne Freundschafts-Drama. Ein klares, sattes Fernsehereignis. Wenn auch in zwei Teilen an einem Abend ganz schön anstrengend.

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