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HPM und KPÖ

03.01.2017 um 09:58
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Mit etwa 50 Unterstützern verbrachte Hans Peter Martin den Wahlabend in der Meierei im Wiener Prater. Wirklich große Enttäuschung darüber, dass man den Einzug verfehlt hat, war aber nicht zu spüren. Martin gab sich überzeugt, dass man als Einzelkämpfer oder als kleine Gruppe ohnehin mehr erreichen könnte, als wenn man als Partei gegen die "Verhaberung in Medien und Politik" antreten wolle.
Mit etwa 50 Unterstützern verbrachte Hans Peter Martin den Wahlabend in der Meierei im Wiener Prater. Wirklich große Enttäuschung darüber, dass man den Einzug verfehlt hat, war aber nicht zu spüren. Martin gab sich überzeugt, dass man als Einzelkämpfer oder als kleine Gruppe ohnehin mehr erreichen könnte, als wenn man als Partei gegen die "Verhaberung in Medien und Politik" antreten wolle.
(c) APA
Die Gründe für sein schlechtes Abschneiden vermutet Martin im System. "Wer die Macht hat, in Sachen Parteiförderungen und im ORF, der setzt sich durch", so Martin. Vor der Intensiv-Wahlkampfphase sei man in den Umfragen konstant über der Vier-Prozent-Hürde gelegen. "Dann kamen die Millionen zum Einsatz, und die Plakate wirken eben doch." Viele Wähler hätten sich davon "blenden lassen", meinte Martin. Der ORF wiederum habe seine Liste "verhöhnt und lächerlich gemacht" und ihn nicht gerecht behandelt. "Ich bin überzeugt, wenn wir die Auftrittsmöglichkeiten des BZÖ gehabt hätten, wären wir im Nationalrat", sagte Martin. Auch glaube er, dass das gute Abschneiden der SPÖ mit dem Wechsel in der ORF-Führung zu tun habe.
Die Gründe für sein schlechtes Abschneiden vermutet Martin im System. "Wer die Macht hat, in Sachen Parteiförderungen und im ORF, der setzt sich durch", so Martin. Vor der Intensiv-Wahlkampfphase sei man in den Umfragen konstant über der Vier-Prozent-Hürde gelegen. "Dann kamen die Millionen zum Einsatz, und die Plakate wirken eben doch." Viele Wähler hätten sich davon "blenden lassen", meinte Martin. Der ORF wiederum habe seine Liste "verhöhnt und lächerlich gemacht" und ihn nicht gerecht behandelt. "Ich bin überzeugt, wenn wir die Auftrittsmöglichkeiten des BZÖ gehabt hätten, wären wir im Nationalrat", sagte Martin. Auch glaube er, dass das gute Abschneiden der SPÖ mit dem Wechsel in der ORF-Führung zu tun habe.
(c) APA
Aus der österreichischen Politik werde Martin sich nun verabschieden, daran ließ er keinen Zweifel. Dennoch gelte: "Dran bleiben, weitermachen." Er werde seine Arbeit in der EU fortsetzen, sein neues Buch stehe kurz vor der Fertigstellung. "Persönlich bin ich sogar erleichtert", sagte Martin über das Wahlergebnis. "Machen sie sich um mich keine Sorgen", vielmehr tue es ihm leid für seine Kandidaten, von denen einige für die Politik ihre Jobs aufgegeben hätten.
Aus der österreichischen Politik werde Martin sich nun verabschieden, daran ließ er keinen Zweifel. Dennoch gelte: "Dran bleiben, weitermachen." Er werde seine Arbeit in der EU fortsetzen, sein neues Buch stehe kurz vor der Fertigstellung. "Persönlich bin ich sogar erleichtert", sagte Martin über das Wahlergebnis. "Machen sie sich um mich keine Sorgen", vielmehr tue es ihm leid für seine Kandidaten, von denen einige für die Politik ihre Jobs aufgegeben hätten.
(c) Die Presse
Die Parteispitze der KPÖ zeigte sich bei ihrer Wahlparty in ihrem Parteilokal in Wien-Neubau sowohl "hochzufrieden" als auch "ein bisschen enttäuscht". Diese Stimmung dürfte sich auch auf die rund 150 Sympathisanten und Funktionäre übertragen haben, richtige Jubelstimmung über die beinahe Verdoppelung der Stimmen wollte nicht aufkommen.
Die Parteispitze der KPÖ zeigte sich bei ihrer Wahlparty in ihrem Parteilokal in Wien-Neubau sowohl "hochzufrieden" als auch "ein bisschen enttäuscht". Diese Stimmung dürfte sich auch auf die rund 150 Sympathisanten und Funktionäre übertragen haben, richtige Jubelstimmung über die beinahe Verdoppelung der Stimmen wollte nicht aufkommen.
(c) APA
Reaktionen kurz nach der ersten Hochrechnung:Der offenbar bei den Nationalratswahlen gescheiterte EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin wird nicht mehr bei Nationalratswahlen in Österreich antreten.
Reaktionen kurz nach der ersten Hochrechnung:Der offenbar bei den Nationalratswahlen gescheiterte EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin wird nicht mehr bei Nationalratswahlen in Österreich antreten.
(c) APA
In einer ersten Reaktion im ORF-Fernsehen machte Martin die Medien für das schlechte Abschneiden seiner Liste HPM verantwortlich. An Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer richtete Martin den Appell, "lassen Sie die Hände weg von diesen Rassisten" Heinz-Christian Strache und Peter Westenthaler.
In einer ersten Reaktion im ORF-Fernsehen machte Martin die Medien für das schlechte Abschneiden seiner Liste HPM verantwortlich. An Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer richtete Martin den Appell, "lassen Sie die Hände weg von diesen Rassisten" Heinz-Christian Strache und Peter Westenthaler.
(c) APA
Immer wieder sprach Martin vom "rassistischen Hetzer Strache", der es geschafft habe, mit 20 Millionen Euro einen Wahlkampf zu führen, "das wurde nie hinterfragt". Außerdem müsse man zur Kenntnis nehmen, dass in Österreich ein schlechterer Zustand bezüglich Wahlen herrsche als in den USA. "Bei uns braucht man mindestens 10 Millionen Euro, die haben wir nicht".
Immer wieder sprach Martin vom "rassistischen Hetzer Strache", der es geschafft habe, mit 20 Millionen Euro einen Wahlkampf zu führen, "das wurde nie hinterfragt". Außerdem müsse man zur Kenntnis nehmen, dass in Österreich ein schlechterer Zustand bezüglich Wahlen herrsche als in den USA. "Bei uns braucht man mindestens 10 Millionen Euro, die haben wir nicht".
Die KPÖ zeigte sich mit dem vom ORF hochgerechneten Ergebnis von 1,2 Prozent bei der Nationalratswahl"hoch zufrieden".
Die KPÖ zeigte sich mit dem vom ORF hochgerechneten Ergebnis von 1,2 Prozent bei der Nationalratswahl"hoch zufrieden".
(c) AP
Parteichef Mirko Messner nannte das Ergebnis "super" und hoffte, dass es dabei bleibt. Persönlich befriedige ihn vor allem, dass Bundeskanzler Wolfgang Schüssel mit seiner Politik "eingefahren" sei.
Parteichef Mirko Messner nannte das Ergebnis "super" und hoffte, dass es dabei bleibt. Persönlich befriedige ihn vor allem, dass Bundeskanzler Wolfgang Schüssel mit seiner Politik "eingefahren" sei.
(c) APA
Gegenüber 2002 konnten sich die Kommunisten laut Hochrechnung fast verdoppeln, was vor allem bei der kurzen Anlaufzeit der Partei ein "wunderbares Ergebnis" sei, so der KP-Chef.
Gegenüber 2002 konnten sich die Kommunisten laut Hochrechnung fast verdoppeln, was vor allem bei der kurzen Anlaufzeit der Partei ein "wunderbares Ergebnis" sei, so der KP-Chef.
(c) Die Presse
Hans-Peter Martin bei der Urne:Gut gelaunt hat Hans-Peter Martin am späten Vormittag im zweiten Wiener Gemeindebezirk seine Stimme abgegeben.
Hans-Peter Martin bei der Urne:Gut gelaunt hat Hans-Peter Martin am späten Vormittag im zweiten Wiener Gemeindebezirk seine Stimme abgegeben.
(c) APA
Bei den örtlichen Wahlbeisitzern war Martin "amtsbekannt", wie die Wahlleiterin sagte. Martin meinte, es sei "ein guter Tag" für ihn, schloss aber, für den Fall, dass er nicht in den Nationalrat einziehe, eine neue Kandidatur aus.
Bei den örtlichen Wahlbeisitzern war Martin "amtsbekannt", wie die Wahlleiterin sagte. Martin meinte, es sei "ein guter Tag" für ihn, schloss aber, für den Fall, dass er nicht in den Nationalrat einziehe, eine neue Kandidatur aus.
(c) APA
Die Liste Martin habe "ein Angebot an die Wähler gemacht, dass sehr klar war", sagte Martin. Es gehe um die Entscheidung, "weg von der Parteienherrschaft hin zu einer Bürgerdemokratie". Wenn die Wähler sich "blenden" ließen, "von den Millionen aus ihrem Steuergeld", dass die anderen Parteien im Wahlkampf "verschleudern", dann werde Martin "diese Entscheidung respektieren. Ein neues Angebot wird es nicht geben".
Die Liste Martin habe "ein Angebot an die Wähler gemacht, dass sehr klar war", sagte Martin. Es gehe um die Entscheidung, "weg von der Parteienherrschaft hin zu einer Bürgerdemokratie". Wenn die Wähler sich "blenden" ließen, "von den Millionen aus ihrem Steuergeld", dass die anderen Parteien im Wahlkampf "verschleudern", dann werde Martin "diese Entscheidung respektieren. Ein neues Angebot wird es nicht geben".
(c) AP
Kritik übte Martin an FPÖ und BZÖ. Er hoffe, sagte Martin, dass die Menschen nicht auf den "Hetzer Strache hereinfallen" würden. In Richtung BZÖ sagte er, er fände es bedauerlich, dass die Orangen, "die wie ich höre, zur Stunde null Stimmen haben", im ORF im Gegensatz zu ihm so prominent vorkamen.
Kritik übte Martin an FPÖ und BZÖ. Er hoffe, sagte Martin, dass die Menschen nicht auf den "Hetzer Strache hereinfallen" würden. In Richtung BZÖ sagte er, er fände es bedauerlich, dass die Orangen, "die wie ich höre, zur Stunde null Stimmen haben", im ORF im Gegensatz zu ihm so prominent vorkamen.
(c) APA
Mirko Messner und Melina Klaus (KPÖ) bei der Urne:"Mit viel Glück ist vielleicht ein Grundmandat drin." Derart zuversichtlich zeigten sich die KPÖ-Spitzenkandidaten Mirko Messner und Melina Klaus bei der Stimmabgabe in einem Pensionistenheim in der Nähe des Wiener Praters.
Mirko Messner und Melina Klaus (KPÖ) bei der Urne:"Mit viel Glück ist vielleicht ein Grundmandat drin." Derart zuversichtlich zeigten sich die KPÖ-Spitzenkandidaten Mirko Messner und Melina Klaus bei der Stimmabgabe in einem Pensionistenheim in der Nähe des Wiener Praters.
(c) APA
Aber man wäre auch "schon sehr zufrieden mit einem sichtlichen Zugewinn", das sei die Mindesterwartung an diesem Wahlgang, so der gebürtige Kärntner und Wahlkartenwähler Messner.
Aber man wäre auch "schon sehr zufrieden mit einem sichtlichen Zugewinn", das sei die Mindesterwartung an diesem Wahlgang, so der gebürtige Kärntner und Wahlkartenwähler Messner.
(c) APA
Der Wahlkampf insgesamt sei sehr gut verlaufen, bilanzierten die beiden ehrenamtlichen KPÖ-Aktivisten. Das Medienecho sei positiv gewesen und man habe das Gefühl gehabt, mit den Themen durchgekommen zu sein. Auch wenn der Wahlkampf ohne Parteiapparat sehr anstrengend gewesen wäre, resümierten Messner und Klaus.
Der Wahlkampf insgesamt sei sehr gut verlaufen, bilanzierten die beiden ehrenamtlichen KPÖ-Aktivisten. Das Medienecho sei positiv gewesen und man habe das Gefühl gehabt, mit den Themen durchgekommen zu sein. Auch wenn der Wahlkampf ohne Parteiapparat sehr anstrengend gewesen wäre, resümierten Messner und Klaus.
(c) APA

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