Ministrabel: Mögliche SPÖ-Minister
Große Koalition oder rote Minderheitsregierung? Noch ist offen, ob die wieder aufgenommenen Verhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP zu einer gemeinsamen Regierung führen. Mit wem die beiden Parteien ihre Ministerien besetzen könnten...
Im Gespräch für das Ressort Finanzen einer SP-Minderheitsregierung ist Gertrude Tumpel. Die ehemalige Direktorin der Österrechischen Nationalbank war von 1981 bis 1984 als Beraterin im SP-Finanzministerium tätig.
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Hans Peter Haselsteiner ist ein möglicher SP-Wirtschaftsminister. Der Vorstandsvorsitzende der Hauholding Strabag war LIF-Spitzenpolitiker und gab vor der Wahl 2006 eine Empfehlung für die SPÖ ab.
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Für das Außenamt wird die Suche schwierig: Dass Eva Nowotny, Botschafterin in Washington, ihre Jobs für ein kurzzeitiges Gastspiel in der Politik aufgibt, ist schwer vorstellbar.
Also könnte Caspar Einem ein Comeback als Minister feiern - oder Neo-Parlamentarier Andreas Schieder weiter durchstarten.
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Dem Verfassungsrechtler Heinz Mayer werden gute Chancen als parteifreiem Justizminister in einer SPÖ-Minderheitsregierung gegeben.
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Wilhelmine Goldmann könnte ins Rennen um das Verkehrs-Ressort gehen. Der ÖBB-Personenverkehrschefin werden sehr gute Kontakte in Polit-Kreise nachgesagt.
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Auch der Pisa-Forscher Günter Haider (derzeit parteilos, früher ÖAAB)könnte zum Zug kommen - so das Ministerium in Schule und Universitäten geteilt wird.
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Finanzminister Karl-Heinz Grasser soll aus SP-Sicht auf jeden Fall abgelöst werden. Favorit für das Amt ist Finanz- und Budgetsprecher Christoph Matznetter.
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Ebenfalls wird immer wieder Siemens-Chefin Brigitte Ederer als mögliche Finanzministerin gehandelt. Die ehemalige Staatssekretärin, legendär geworden durch den "Ederer-Tausender" und das "Busserl" von Außenminister Alois Mock nach den erfolgreichen EU-Beitritts-Verhandlungen, wird aber nur schwer überredet werden können, wieder in die Politik zu wechseln.
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Beste Chancen auf das Innenministerium werden SP-Geschäftsführer Norbert Darabos gegeben. Nach der Organisation des erfolgreichen Wahlkampfs könnte er sein Wunschressort übernehmen.
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Der oberösterreichische Landeschef Erich Haider scharrt dem Vernehmen nach schon in den Startlöchern und würde jedes Ministerium übernehmen, das man ihm anböte. Am realistischsten wäre für ihn das Innenministerium.
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Schon vor der Wahl brodelte die Gerüchteküche: Die ehemalige Chefin und Gründerin des Liberalen Forums, Heide Schmidt, könnte einer SPÖ-geführten Regierung als Justizministerin angehören. Realistisch erscheint das aber noch eher in einer rot-grünen Regierung. Schmidt ist derzeit Vorstand des "Instituts für eine offene Gesellschaft".
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Aus der roten Reichshälfte würde sich aber auch SP-Justizsprecher Hannes Jarolim anbieten. Er präsentierte im Frühjahr sein Justizprogramm.
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Auch Clemens Jabloner, Präsident des Verwaltungsgerichtshof, wird in SP-Kreisen als möglicher Justizminister genannt.
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Die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima wird als ministrabel für das Gesundheitsressort gehandelt. Sima hatte erstmals mit dem "Gentechnik"-Volksbegehren - nocht tätig bei der Umweltschutzorganisation "Global 2000" - auf sich aufmerksam gemacht. 1999 wurde sie von Bundeskanzler Viktor Klima in den Nationalrat geholt. Ulli Sima selbst will mit einem Ministerposten nicht einmal kokettieren. "Es ist eine Ehre, immer wieder genannt zu werden, aber es kommt für mich überhaupt nicht in Frage", sagte sie: "Meine Tochter ist zwei Jahre alt, und es ist vom Aufwand her einfach nicht machbar."
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In Frage für das Gesundheitsressort kommt auch Renate Brauner. Die Gesundheits- und Sozialstadträtin - immer wieder auch als mögliche Nachfolgerin von Bürgermeister Michael Häupl gehandelt - hatte bereits am Wahlabend dezidiert ausgeschlossen, in die Bundespolitik zu wechseln: "Ich bin mit Leib und Seele Kommunalpolitikerin." Dies gelte auch nach dem Wahltag und auch dann, wenn die Partei rufen sollte.
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Ebenfalls in der ersten Reihe der Anwärter auf den Posten des Gesundheitsministers: Franz Bittner, Drucker-Gewerkschafter und Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse.
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Bei der SPÖ wartet auch Wissenschaftssprecher Josef Broukal auf ein Ministeramt - er bringt sich selbst als Wissenschaftsminister in Position.
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Aber auch eine Frau ist heiße Kandidatin für das Wissenschaftsressort: die Finanzchefin von Infineon Österreich, Monika Kircher-Kohl. Freilich würde sie sich noch besser für das Infrastrukturministerium, vielleicht sogar für das Finanzministerium eignen.
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Die Sozialdemokraten könnten einen Flughafenvorstand zum Verkehrsminister machen - nämlich Herbert Kaufmann, einst Arbeiterkammer-Direktor in Niederösterreich.
Ein anderer heißer Tipp ist der ehemaligen ÖBB-Generaldirektor Helmut Draxler, ein ausgezeichneter Kenner des Bahnwesens, der auch als Sanierer beim RHI-Konzern gute Figur gemacht hat. Sein Nachteil: Er ist Manager, nicht Politiker, seine Hausmacht in der SPÖ ist eher bescheiden.
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Die SPÖ möchte auch wieder ein eigenes Frauen-Ministerium einrichten Hier kommt wohl eher kein Mann in Frage, die Hauptanwärtern ist SP-Frauensprecherin und Wiener Spitzenkandidatin Andrea Kuntzl.
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Eine weitere Kandidatin für das Frauenministerium: Die Wiener Integrations- und Frauenstadträtin Sonja Wehsely. Sie dementierte bisher aber alle Ambitionen: "Ich bin sehr gerne Stadträtin und bleibe gerne Stadträtin."
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Ein weiterer Wiener Stadtrat taucht immer wieder in der Gerüchteküche auf: Wohnbaustadtrat Werner Faymann, dem verschiedenste Ressorts zugetraut werden.
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