Chronologie
Bei der Nationalratswahl gewinnt überraschend die SPÖ mit Alfred Gusenbauer, knapp vor der Kanzlerpartei ÖVP.
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ÖVP-Obmann Wolfgang Schüssel stellt im Vorstand die Vertrauensfrage. Dem Kanzler wird einstimmig das Vertrauen ausgesprochen.
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Die schwarz-orange Regierung beschließt ihren Rücktritt. Bundespräsident Heinz Fischer nimmt den Rücktritt an und beauftragt das Kabinett Schüssel mit der provisorischen Fortführung der Geschäfte.
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Nach dem SPÖ-Präsidium lädt Gusenbauer die ÖVP offiziell zu Koalitionsgesprächen ein.
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Nach Auszählung der Wahlkarten steht das Wahlergebnis endgültig fest: Die SPÖ ist stimmen- und mandatsstärkste Partei mit 68 Sitzen, die ÖVP liegt mit 66 Mandaten auf Platz 2, dahinter erstmals die Grünen auf Platz 3 (21 Mandate), gefolgt von den gespaltenen Freiheitlichen FPÖ mit 21 Mandaten und BZÖ mit sieben.
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Der ÖVP-Vorstand entscheidet sich für Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ und nominiert ein Verhandlungsteam mit Schüssel an der Spitze.
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Bundespräsident Fischer erteilt Gusenbauer den Auftrag zur Regierungsbildung.
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Erste Runde der Koalitionsverhandlungen: Auf Wunsch der ÖVP wird "Vergangenheitsbewältigung" betrieben. Schüssel überreicht Gusenbauer den Eurofighter-Vertrag.
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Zweite Runde der Koalitionsgespräche: SPÖ und ÖVP setzen zehn Arbeitsgruppen ein. Bis 27.10. soll es einen Kassasturz geben.
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In seiner Rede zum Nationalfeiertag nennt Präsident Fischer die Große Koalition "unter den gegebenen Umständen eine gute Lösung". Er spricht sich gegen eine Dreier-Koalition und gegen Neuwahlen aus.
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In der dritten Runde der Koalitionsgespräche wird der "Kassasturz" angenommen. Schüssel moniert, dass endlich auch "sensible Themen" angesprochen werden.
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Im Nationalrat beschließen SPÖ, Grüne und FPÖ die Einsetzung von Untersuchungsausschüssen zu Eurofighter und Banken-Affären. Der ÖVP-Vorstand beschließt daraufhin, die Koalitionsgespräche auszusetzen.
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In der Wohnung des Bundespräsidenten kommen Fischer, Gusenbauer und Schüssel zu einer geheimen Unterredung zusammen, die zu keinem Ergebnis führt.
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VP-Chef Schüssel gibt bekannt, dass die Volkspartei erst dann wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt, wenn die U-Ausschüsse abgeschlossen sind. Die SPÖ lehnt ab.
Das SP-Präsidium gibt der ÖVP ein bis zwei Wochen Zeit, noch einmal zu den Verhandlungen zurückzukehren. Wiens Bürgermeister Michael Häupl stellt erstmals offensiv eine Minderheitsregierung seiner SPÖ in den Raum. Grüne und FPÖ sollen diese stützen, um das automatische Ende der U-Ausschüsse zu verhindern.
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Die Parteichefs Schüssel und Gusenbauer treffen einander im Parlament zu einer wohl letzten persönlichen Unterredung vor einem endgültigen Scheitern der Verhandlungen um eine Große Koalition.
Gusenbauer setzt der ÖVP ein Ultimatum bis zum Parteivorstand, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, andernfalls will er zum Bundespräsidenten gehen, um über Alternativen zu reden.
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Gusenbauer und Schüssel führen ein informelles Gespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
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Die ÖVP erklärt sich in einer Vorstandssitzung zur Rückkehr an den Verhandlungstisch bereit. Allerdings werden Bedingungen dafür genannt, u.a. dürfe man nicht von der SPÖ im Parlament überstimmt werden.
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ÖVP und SPÖ geben bekannt, dass die Verhandlungen wieder aufgenommen werden und sobald wie möglich eine Regierung stehen soll.
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Die ÖVP hat ungeachtet der wieder anlaufenden Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ auch Kontakt zur FPÖ gesucht. Nur wenige Stunden nach der gemeinsamen Erklärung von SPÖ-Chef Gusenbauer und dem ÖVP-Obmann zur Neuaufnahme der Gespräche lud Schüssel FPÖ-Obmann Strache zu sich. Die bedeutung des Treffens wurde jedoch von beiden Seitern heruntergespielt, es wurde als "normal" bezeichnet.
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13. DezemberDie Koalitionsverhandlungen sollen bis 8. Jänner dauern, am 11. ist die Angelobung des rot-schwarzen Kabinetts bei Bundespräsident Heinz Fischer geplant und für den 16. Jänner ist die Regierungserklärung im Nationalrat vorgesehen. Insgesamt soll es noch vier bis fünf große Gesprächsrunden geben.
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