Johnny Cash
Der Mann in Schwarz
Die Zerrissenheit zwischen Gut und Böse, Licht und Schatten, Schuld und Sühne - das sind die großen Themen, die Johnny Cash in seinen Balladen mit einfachen Worten besingt. Die musikalische Präsenz, mit der er das tut, hat ihn auch über den Tod am 12. September 2003 hinaus zum "King der Country-Musik" gemacht.
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Zusammen mit Elvis Presley, Jerry Lee Lewis und Carl Perkins schuf er den Rockabilly, eine Synthese aus harter Country Music und Rythm and Blues. In den 60er Jahren war er mit seinen Songs, in denen er sich für die Unterprivilegierten einsetzte, der erste zornig-kritische Country-Sänger.
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Mit seinen zornigen, rebellischen Texten und der wunderbar tiefen Stimme hat Cash dem Lebensgefühl von Millionen Amerikanern Ausdruck gegeben. Hits wie "Daddy sang Bass" oder "Sunday Morning Coming Down" wurden zu Hymnen der hart arbeitenden, einfachen Menschen.
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Der US-Musiker war mit fast 50 Jahren im Musikgeschäft längst eine lebende Legende. Er besang Fließbandarbeiter und Soldaten, Kriminelle und Revolverhelden. In seinen Konzerten trat er nur mit schwarzer Kleidung auf. "Ich trage Schwarz für die Armen und Unterdrückten, die im Elendsviertel der Stadt leben", erklärt er im Song "Man in Black".
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In seinem Leben hatte Johnny Cash viele düstere Zeiten. Cash wuchs als Sohn eines armen Baumwollpflückers in Kingsland, Arkansas, auf. Als der zwei Jahre ältere Bruder bei einem Unfall mit der Kreissäge stirbt, macht der Vater den ihn für den Tod mit verantwortlich.
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Nach der Rückkehr vom Armeedienst in Deutschland 1954 gründet Cash mit dem Bassisten Marshall Grant und dem Gitarristen Luther Perkins das Trio Johnny Cash & The Tennessee Two. Obwohl der Produzent von Sun Records, Sam Phillips, die Drei zunächst abblitzen lässt, stellt sich bald der Erfolg ein.
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Er trat kostenlos in Gefängnissen auf; am bekanntesten sind seine Konzerte in den Zuchthäusern von San Quentin und Folsom in Kalifornien, von denen es auch Alben gibt. Mit beiden Werken überflügelte Cash 1969 in den Verkaufszahlen sogar die Beatles.
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Auch als Schauspieler und Entertainer hat Cash Erfolg. Aber er hält dem Druck nicht stand. Immer häufiger greift er zu Aufputsch- und Beruhigungsmitteln, trinkt zu viel und rastet aus. Im Herbst 1967 ist er ein Wrack. Er legt sich in eine Höhle zum Sterben. Doch seiner großen Liebe und späteren zweiten Ehefrau June Carter gelingt es, ihn aus dem Teufelskreislauf herauszuholen.
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In den 90er Jahren schaffte Cash nach mehrjähriger Funkstille mit der "American Recordings"-Reihe ein glänzendes Comeback. Cash gilt als der erfolgreichste Country-Sänger der USA. Er war elffacher Grammy-Gewinner; einen dieser Preise bekam er 1999 für sein Lebenswerk. Daneben erhielt er sechs Mal eine Auszeichnung der Country Music Association.
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1980 wurde Cash in die Ruhmeshalle der Country Music (Country Music Hall of Fame) aufgenommen und 1992 in die Rock and Roll Hall of Fame. Bis zur Aufnahme von Elvis Presley in die Country Music Hall of Fame 1998 war Cash der Einzige, dem beide Ehrungen zuteil wurden. Für sein Video "Hurt" bekam er einen MTV Award.
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Mehr als 40 Jahre lang lebte und spielte er zusammen mit seiner Frau June Carter Cash. Am 12. September 2003 stirbt der seit langem von schwerer Krankheit gezeichnete Star an den Folgen seiner Diabetes - nur ein halbes Jahr nach seiner Frau. "I Walk The Line", steht auf dem Grabstein - "Ich bleibe auf Kurs".
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