Meinung: Freundschaft, Genosse Elsner

Der frühere Bawag-General zeigt seinen SP-Genossen, wie man "Freundschaft" buchstabiert: S-C-H-L-A-F-F. Oder: T-A-U-S.

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ür Helmut Elsner ist es also noch immer ein Kinderspiel, eine Million aufzutreiben. Das hat er in der Vergangenheit ja auch schon bewiesen. Als er etwa einen kurzen Anruf nach New York machte, mit seinem Freund Wolfgang Flöttl plauderte, und dieser dann ruckzuck das Geld an seinen Euro-Berater Franz Vranitzky überwies. Damals handelte es sich um Schilling.

Doch die Währung ist für den Ex-Banker Nebensache. Ob Schilling, Dollar oder Euro. Anruf genügt. Am Freitag ging es um eine Million Euro Kaution, die Helmut Elsner dringend benötigte, um aus der französischen Auslieferungshaft zu kommen. Und unter Banker-Genossen gilt das Wort "Freundschaft" halt noch etwas. Das hat man gesehen, als Ex-Banker Josef Taus seinen alten Kumpel in Südfrankreich besuchte. Und das sieht man jetzt beim Geschäftsmann Martin Schlaff, der einen guten Freund in seiner Not nicht im Stich lässt.

Immerhin hat diese Freundschaft goldenen Boden: Etwa den 1,7-Milliarden-Euro-Deal mit dem bulgarischen Handynetz-Betreiber Mobiltel. Damit haben Elsner, Taus und Schlaff gute Geschäfte gemacht. Geschäfte, die man zumindest als "kurios" bezeichnen kann, weil das Wort "undurchsichtig" doch eher garstig klingt. Wer miteinander solche Geschäfte macht, für den hat das Wörtchen Freundschaft natürlich mehr als einen ideellen Wert. (Bericht: Seite 1)

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