Meinung: Kein Spaß mehr am Fliegen

Neue EU-weite Sicherheitsregeln für Handgepäck werden das Fliegen vielleicht sicherer, aber ganz bestimmt noch unattraktiver machen.

Es muss sein, sagt die Vernunft. Es ist notwendig, sagt die Einsicht. Es macht aber einfach keinen Spaß mehr, sagt das Herz. Das Fliegen ist günstig, aber unattraktiv geworden: lange Schlangen in den Abflughallen, ewige Wartezeiten vor den Sicherheitskontrollen, umständliches Aus- und Einpacken des gesamten Handgepäcks, enge Warteräume voll mit Menschen und dann kein Essen mehr in der Kabine.

Und jetzt noch die neuen EU-Regeln fürs Handgepäck. Plötzlich braucht jeder, der Tabletten gegen Kopfschmerzen mitführen möchte, eine Bestätigung des Arztes. Ein mitgebrachtes Joghurt für den Billig-Flug ohne Snack ist nicht mehr erlaubt. Die Zahnpasta oder Creme muss ins verschließbare Plastiksackerl.

All diese Regeln klingen angesichts der Terrorgefahr zwar logisch. Doch wo ist das dafür deutlich aufgestockte Personal, die verbesserte Logistik? Sie bleiben wegen wachsenden Konkurrenzdrucks eine Illusion. Die Folge sind immer längere Wartezeiten, Verspätungen und verärgerte Fluggäste. So fängt der spaßlose Flug ab kommenden Montag damit an, dass jeder Passagier bereits zwei Stunden vor Abflug anwesend sein muss. Zwei Stunden: Das ist eine Ewigkeit. Innerhalb Europas ist das meist länger als die eigentliche Flugzeit. Und es sind sinnlose zwei Stunden, die nicht über einer Zeitung oder einem Buch, sondern wohl vorwiegend in Warteschlangen verbracht werden.

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