Trash als teures Designobjekt

Shopping. Exklusiver Schmuck und Möbel aus Elektroschrott.

WIEN. Lange Zeit haftete recycelten Produkten der Nimbus des Öko-Sektierertums an. Spätestens mit dem Erfolg der aus Lkw-Planen hergestellten Freitag-Taschen schlug das Pendel um und Recycling wurde auch jenseits von Birkenstock & Co salonfähig. Mehr noch, die Taschen gerieten zu regelrechten Lifestyle-Objekten. Nun, die Begeisterung hat sich längst gelegt. Doch die Idee, aus gebrauchten Materialien Produkte herzustellen, zum Lebensgefühl zu erheben und dann teuer zu verkaufen, lebt weiter.

Einen sehr sympathischen Versuch in diese Richtung hat das Demontage- und Recycling Zentrum gestartet. Der sozialökonomische Betrieb zur Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen gründete mit der Trash Design Manufaktur (TDM) ein eigenes Label, das darauf spezialisiert ist, Schmuck, Accessoires und sogar Möbelstücke aus Elektro- und Elektronikschrott herzustellen. Besonders begehrt sind etwa Halsketten aus alten Handytasten, aber auch Broschen aus Computerplatinen oder Orden aus Kupferspulen und Computerkabeln finden ihre Abnehmer. Die Preise für die Schmuckstücke liegen zumeist im Bereich um die 20 Euro. Etwas teurer wird es bei größeren Accessoires. Für die Handtasche aus einem Waschmaschinenblech müssen schon 170 Euro hingelegt werden. Dafür sticht man auch mit einem echten Einzelstück die Immer-noch-Freitag-Taschen-Träger locker aus.

Noch etwas teurer wird es bei Einrichtungsgegenständen. Vornehmlich aus Waschtrommeln gefertigt lassen sich etwa der Wäschebehälter "R2D2" um 209, der Hocker "Sitting Bull" um 299 oder der Bartisch "Sansi-Bar" um 499 Euro erstehen. Wer nicht soviel Geld ausgeben will, aber trotzdem Designer-Flair in die Wohnung holen möchte, kann ja inzwischen mit einem Kerzenständer aus einem Computerlüftungsgitter anfangen.


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