Meinung: Und schon schaut Wrabetz alt aus

Der ORF bekommt neue Direktoren. Und schon folgen die Zweifel: Handelt es sich dabei um einen "faulen Kompromiss"?

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ass das neue ORF-Direktorium ein Kompromiss ist, wird wohl nicht einmal Alexander Wrabetz bestreiten. Die Frage ist nur, ob das vom designierten ORF-Chef vorgeschlagene Team ein weiser oder, wie es Ex-ORF-General Gerd Bacher scharf formulierte, ein "fauler" Kompromiss ist. Zweifeln darf man: Der Online-Direktor hat sich bisher in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Marketing verdient gemacht; der Technische Direktor war dies schon einmal und bereits damals heftig umstritten - zuletzt hatte er wegen heftigen internen Widerstands gegen seine Bestellung von sich Reden gemacht, war aber der Wunschkandidat der Technik-Betriebsräte; den Radio-Direktor, den sich der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider gewünscht hatte, spielte es dann doch nicht, dafür wird der jetzt Landesdirektor in Kärnten. Und plötzlich schaut der junge, dynamische Wrabetz irgendwie alt aus.

Man kennt das ja: Zugeständnisse hier, politische Einflüsterungen dort, so hat der ORF immer funktioniert. Sogar der einzige grüne Stiftungsrat ist bei der Direktoren-Bestellung mit Protest aus der bunten "Regenbogenkoalition" ausgeschert, die Mitte August den ORF-General gekürt hatte. Man darf dem ORF, wünschen, dass jene Direktoren, denen jetzt Skepsis entgegenschlägt, ihre Sache doch gut machen. Und dass es gelingt, unter dem neuen Informations-Direktor den wohl heikelsten Kampf-Schauplatz des ORF zu befrieden. Damit wäre schon viel gewonnen. (Bericht Seite 37)


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