Ein Salzburger Gemeinde-Chef fordert eine Extra-Steuer für Supermärkte. Damit Gemeinden die Greißler subventionieren können.
Der Bürgermeister der kleinen Salzburger Gemeinde Oberalm macht derzeit von sich reden. Der SPÖ-Kommunalpolitiker hat sich nämlich den Kopf darüber zerbrochen, wie das Greißlersterben zu stoppen wäre. Das geht ganz einfach: Die Kommunen müssen nur den Supermärkten neue Steuern abknöpfen, die dann an die Greißler vor Ort umverteilt werden. Und schwupps: Das wirtschaftliche Überleben des sympathischen Kleinkaufmanns ist gesichert. Für immer. Wir haben es hier also mit einer Art "Greißler-Grundsicherung" zu tun.
Der Vorschlag folgt einem für die öffentliche Hand typischen Muster. Das geht ungefähr so: Zuerst locken Gemeinden Supermärkte mit Steuernachlässen und billigem Grund in den Ort, um den Kaufkraftabfluss in die Nachbarschaft zu bremsen. Läuft das Geschäft im Supermarkt dann so richtig gut, knallt der einst großzügige Herr Bürgermeister dem Betreiber kurzerhand eine Strafsteuer drauf. Und damit den Kunden. Als Strafe dafür, dass der Supermarkt ihren Geschmack offensichtlich besser trifft als der Greißler.
Freilich: Wo kämen wir hin, wenn wir die "lenkende" Staatshand nicht stündlich im Rücken spürten? Da könnte dann ja gleich ein jeder kommen und dort einkaufen, wo er will. An jene Bürgermeister, die es noch nicht wissen sollten: Warum Menschen lieber in den Supermarkt gehen als zum kleinen Händler, ist keine große Wissenschaft. Es ist eine Mischung aus Preis und Qualität. Passen diese zwei irgendwie zusammen, ist die Sache gelaufen. So einfach wäre das.