Nach Wochen des Schweigens sind aus dem Gewerkschaftsbund nun klare Worte zu hören.
Eigentlich gibt es zum Bawag-Deba kel ja längst nichts mehr zu sagen. Schließlich haben nicht nur hochrangige SPÖ-Politiker die Debatte bereits vor Wochen für beendet erklärt. Auch die "andere Seite" (in diesem Fall prominente Wirtschaftsvertreter) meinte, es müsse langsam aber doch einmal Schluss sein. Am Ende (also bei zu viel Aufklärung über die Machenschaften der Herren Elsner, Weninger, Verzetnitsch & Co.) würde nämlich gar noch die Sozialpartnerschaft in Mitleidenschaft gezogen werden. Das will natürlich niemand.
Dennoch darf an dieser Stelle gesagt sein: Vielen Dank, liebe ÖGB-Funktionäre! Nach den Wochen des Schweigens und Vertuschens wird nun endlich Tacheles geredet. Lückenlose Aufklärung ist angesagt. In diesem Sinne lässt ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer wissen, dass der Gewerkschaftsbund nicht im Traum daran denkt, für die von der Bawag in den Spielhöllen des Kasino-Kapitalismus verzockten Milliarden gerade zu stehen. Warum auch? Die Bawag gehört ja nur zu 100 Prozent dem ÖGB.
Und außerdem wäre ja auch gar kein Geld nicht da. Das hat der ÖGB nämlich längst in diversen Stiftungen versteckt. Zugegeben, der ÖGB war nie ein echter Freund von Stiftungen. Aber erstens lassen sich dort jede Menge Steuern sparen, zweitens kann niemand hineinschauen und drittens gehört das in Stiftungen verschobene Vermögen ja nicht mehr dem ÖGB. Rechtlich gesehen gehören Stiftungen nämlich nur sich selbst. Und wer will schon für das Versagen anderer haften? Eben.