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sychiater, speziell Kinder- und Ju gendpsychiater, sind von Natur aus scheu. Nie würden sie sich selbst in den Vordergrund stellen, schon gar nicht, wenn Dutzende Mikrofone und Hundertschaften von TV-Teams aus aller Welt auf Wortspenden lauern. Solch ein Exemplar ist der Professor Max Friedrich. Als einer von drei Betreuern im Fall Kampusch nimmt er sich vornehm zurück, würde nie das Wort ungefragt an sich reißen, nein. Ist nicht seine Art. Wir schätzen solches. Was uns auch gefallen hat, ist der Sehbehelf, den der Herr Professor in Verwendung hat: ein goldgefasster Zwicker. Apart. Der Baulöwe Hans Peter Haselsteiner verwendet ein solches Accessoire aus Schildpatt, aber sonst? Ja doch: Der treffliche Maxi Böhm trieb uns damit in der "Pension Schöller" die Lachtränen in die Augen. Der Zwicker, im 19. Jahrhundert durchaus gebräuchlich, kam wie das Monokel aus der Mode, weil inzwischen angenehmere Hilfsmittel für Sehschwache erfunden wurden. Hübsch daher, wenn das Alte eine Renaissance erlebt. Dass männliche Eitelkeit im Spiele ist - mein Gott! Menschen, Menschen sind wir alle. hws