Meinung: Lindner schweigt, die Politik redet

Kommunikation ist nicht die Stärke der ORF-Chefin Monika Lindner. Seit Armin Wolfs Rede ist das Mauern jedoch kontraproduktiv.

M
it der Kommunikation tut sich Monika Lindner schwer. Wäh rend die ORF-Chefin am liebsten gar nichts sagt und selbst den Ausbruch der größten Krise des Unternehmens zuerst nicht kommentierte, dann herunterspielte, sprechen Mitarbeiter öffentlich. Spätestens seit Armin Wolfs Kritik an der Situation der TV-Information ist Lindners Mauern kontraproduktiv: Nie wurde die Geschäftsführung von der Redaktion derart vorgeführt. Inzwischen scheint das ganze System ins Wanken geraten zu sein - vom öffentlich-rechtlichen Auftrag bis zur Legitimation der Gebührenfinanzierung.

Manches wirkt wie eine Flucht nach vorn: Erst auf Drängen der Print-Journalisten durften diese die hausinterne Diskussion am Runden Tisch zwischen Lindner und ihren Kritikern sehen, die via ORF-Hausleitung ohnehin allen ORF-Mitarbeitern zugänglich war. Die wesentlichen Diskussionen rund um den ORF werden derzeit ohne die Hauptverantwortliche geführt. Dass ihr Unternehmen die heutige Sondersitzung des Nationalrats zum Thema ORF auch noch live allen Österreichern zugänglich machen muss, ist feine Ironie des Schicksals.

Lindner, die sonst so eiserne Generalin, wirkt wie von ihren Mitarbeitern, der Plattform SOS ORF, den Parteien getrieben. Je länger sie schweigt, desto eindringlicher wirken die Töne, die aus den Reihen der Politik im Vorfeld der ORF-Wahl anklingen. (Bericht: S. 33)


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