Niederösterreich deckt Ungeahntes auf: Worum es beim Wasser-Kasperltheater wirklich ging.
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er bisher nicht so recht wusste, warum ausgerechnet das Land Niederösterreich so engagiert gegen die Fusion von OMV und Verbund kämpfte, dem wird nun geholfen. Das Schauermärchen über diebische arabische Spekulanten, die unser Quellwasser stehlen wollten, wären sie nicht im allerletzten Moment von Prinz Erwin dem Gütigen aus dem Land gejagt worden, wird nämlich zusehends von plausibleren Erklärungen abgelöst.
Wie meinte Niederösterreichs Landesrat Wolfgang Sobotka (ÖVP) so schön? Bevor der Verbund mit der OMV fusioniert, sei es viel gescheiter, den Verbund zu zerschlagen und dessen (hoch profitable) Wasserkraftwerke unter den Aktionären aus den Bundesländern aufzuteilen. Wer diese Aktionäre wohl sein mögen? Ach ja, die EVN zum Beispiel. Und wem diese EVN wohl gehören mag? Ach ja, dem Land Niederösterreich. So etwas aber auch.
Die Niederösterreicher können sich nun, da die schamlosen Investoren verscheucht sind, allerdings schon vorstellen, ihre Verbund-Anteile (mit der sie mittlerweile drei Fusionsprojekte des Verbunds zu Fall gebracht haben) aufzugeben. Wenn sie im Gegenzug das eine oder andere Verbund-Donaukraftwerk bekommen. Wird wohl nicht zu viel verlangt sein. Ein OMV-Investor, der sein Aktienpaket verkauft, geht ja ebenso wenig ohne Zapfsäule nach Hause wie der AUA-Aktionär ohne Flugzeug (für Klein-Aktionäre geht sich meist leider nur ein Sitz aus). Wie trivial das Wirtschaftsleben letztlich doch sein kann. (Bericht: S. 18)