Deutschland bereitet in Sachen Atomenergie den Ausstieg vom Ausstieg vor. Das ist gut so.
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ie Unionsparteien rütteln vehe ment am längst beschlossenen "Atomausstieg", demzufolge das letzte deutsche AKW 2020 vom Netz genommen werden soll. Aus Sicht der SPD fielen die Koalitionspartner in altes, längst überholtes Denken zurück. Ansichtssache. Klar ist, auf welcher Seite die Deutschen stehen: 60 Prozent befürworten einer aktuellen Umfrage zufolge den raschen Ausstieg Deutschlands aus der gefürchtetesten aller Energiequellen.
Womit der Ausstieg aus der Nutzung der Kernkraft freilich noch nicht richtiger wird. Zumindest nicht, was Deutschland betrifft. Es wäre nämlich interessant zu wissen, welchen Sinn es eigentlich ergeben soll, wenn ausgerechnet die sichersten, technologisch besten Atomkraftwerke als erstes vom Netz gehen und deren Produktion in der Folge von unzähligen Schrott-Reaktoren aus Osteuropa ersetzt wird? Das wäre ungefähr so, wie wenn jemand seinen 7er BMW gegen einen Moskwitsch eintauschte, mit dem Argument, in Zukunft sicherer unterwegs sein zu wollen.
Das Problem liegt nämlich darin, dass es zu fossilen Brennstoffen zu wenige Alternativen gibt. Weshalb die Welt dreimal so viele Atomkraftwerke brauchte, um die Menschen mit leistbarer Energie zu versorgen und gleichzeitig die CO2-Reduktion hinzukriegen. Diese Meinung vertritt zumindest ein Mann namens Patrick Moore. Das ist übrigens nicht der Generalsekretär der Vereinigung internationaler Atomstrom-Fetischisten. Sondern Mitbegründer einer Organisation namens "Greenpeace". (Bericht: S 17)