ÖVP und BZÖ wollen die neue ORF-Crew vor der Nationalratswahl einzementieren. Willkommen im Wahlkampf!
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schermittwoch ist. Kater, wohin man schaut. Nur manche maun zen lauter. Die SPÖ etwa, wenn es darum geht, über das ÖVP/BZÖ-Vorgehen in Sachen ORF zu lamentieren. Dessen Führung soll, so will es die schwarze Jagdgesellschaft hinter der (auch zukünftigen?) Generalin Monika Lindner, bereits vor der Nationalratswahl ein abschließendes "Halali" blasen. Damit wären wichtige Posten auf fünf Jahre in schwarz-orangem Einvernehmen besetzt - egal, welche Farbenlehre ab 2007 im Land herrscht. Den ORF-Generaldirektor kann nur eine Zweidrittelmehrheit im Stiftungsrat stürzen, einen Direktor nur General und Gremium gemeinsam. Schaut also so aus, als würde die ORF-Spitze bis Ende 2011 einzementiert.
Willkommen im Wahlkampf! Das Gezerre um die Publikumsratswahl und die (gescheiterte) Absolute der ÖVP im Stiftungsrat, die "Freundeskreis"-Treffen, wo schwarze Räte bei gebackener Leber mit Minister Molterer mauscheln - das alles straft Behauptungen von der "Entpolitisierung" des Stiftungsrats Lügen. Wenn die SPÖ trommelt, man solle die Besetzungen erst nach der Nationalratswahl vornehmen, ist das ebenso durchsichtig - und zeigt, wie unverschämt die Politik meint, auf den Öffentlich-Rechtlichen zugreifen zu dürfen. Dass Parteichefs ihren Stiftungsräten ein "Ja" oder "Nein" zu Lindners Wiederwahl ins Stammbuch schreiben, ist nur ein weiteres Indiz für Heuchelei. (Bericht: S. 28)